Meine Woche | KW11

Warum man in Corona-Zeiten an Rosinen denken sollte

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Dienstag, 10. Februar 2020

Gibt es derzeit eigentlich noch andere Themen als Corona? Oder besser gesagt: andere Themen, die wirklich interessieren? Ehrlich gesagt: nein. Jeden Morgen werten wir die Zahl der Klicks aus, die auf unsere einzelnen Online-News auf biztravel.de entfallen sind. Das Ergebnis ist eindeutig: Wir erreichen derzeit nicht nur nie gekannte Rekordwerte, sondern sehen in den Top 30 ausschließlich Meldungen, die sich mit Corona beschäftigen.

Aber ist das schlimm? Auch darauf lautet zumindest meine Antwort: nein. Denn natürlich will jeder wissen, wie sich die aktuelle Lage rund um Corona entwickelt. Und jeder hat auch das Recht darauf. Eine solche Pandemie ist schließlich – und zum Glück – nichts Alltägliches.

Wichtig ist nur, dass trotz aller Gefahr, die selbstverständlich von dem Virus ausgeht, der gesunde Menschenverstand gewahrt bleibt. Panik ist nie ein guter Ratgeber, Vorsicht hingegen ist es in jedem Fall. Die Lust, auf Veranstaltungen zu gehen, verspüre ich derzeit nicht. Muss ja auch nicht. Denn irgendwann verschwindet das Virus auch wieder.

Montag, 9. Februar 2020

Mal juckt's am Auge – und dann wieder an der Nase: Es ist wie verhext. Seitdem die Virologen angesichts von Corona davon abraten, ins Gesicht zu fassen, muss ich genau dies ständig tun. Möglicherweise tue ich es aber immer schon, und mir fällt es momentan nur explizit auf. So oder so: Die Frage bleibt, wie man das Ins-Gesicht-Fassen überflüssig machen kann. Jucken lässt sich schließlich nicht einfach wegdenken.

Immerhin, ich bin auf dem besten Weg. Das wurde mir nun beim Lesen eines Interviews mit dem Verhaltenstherapeut Samy Egli auf Spiegel.de klar. Er sagt: Wer bemerkt, dass er sich ins Gesicht fasst, hat schon mal den ersten Schritt zur Überwindung getan.

Der zweite und entscheidende Schritt ist allerdings deutlich komplizierter. Es gilt, sich alternative Verhaltensweisen anzutrainieren. Jedesmal, wenn die Nase juckt, darf ich nicht ins Gesicht fassen, um zu kratzen, sondern müsste laut Egli zum Beispiel intensiv an eine Rosine denken. Und am besten wäre es, wenn ich mich dafür noch belohnen würde, also ich mir für jedes Nicht-ins-Gesicht-Fassen ein Stück Schokolade gönnen würde.

Wie bemerkt es Egli passend? Dann hätte ich kein Coronaproblem mehr. Aber dafür ein Gewichtsproblem.
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