Meine Woche | KW10

Warum die ITB nun virtuell stattfindet

fvw

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Freitag, 29. Februar 2020

Wird sie abgesagt – oder doch nicht? Seit Mittwoch wird darüber spekuliert, dass die weltgrößte Reisemesse in Berlin dem Coronavirus zum Opfer fallen könnte. Immer mehr Aussteller sagen ihre Beteiligung ab, und die Partys werden gecancelt. Die ITB-Messeleitung kämpft bis zum Schluss für die Beibehaltung der Ausstellung, die sich längst im Aufbau befindet und zu der die ersten Teilnehmer bereits anreisen.

Doch am Ende muss sie klein beigeben: Nachdem die Bundesregierung eine Absage empfiehlt, schraubt das zuständige Gesundheitsamt Berlin-Charlottenburg/Wilmersdorf seine Auflagen derart in die Höhe, dass an der Stornierung kein Weg mehr vorbeigeht. Jeder Besucher hätte nun beweisen müssen, dass er nicht in Corona-Risikogebieten war oder in Kontakt mit Infizierten stand. Von der Frage abgesehen, wie ein solcher Beweis überhaupt hätte geführt werden können, hätte man sich wohl auf mehrstündige Wartezeiten am Einlass der Messe einrichten können.

Montag, 2. März 2020

Nun ist der Schaden da: Als erste wirklich große Messe in Deutschland ist die ITB abgesagt worden – das bedeutet nicht nur für die Messegesellschaft schmerzhafte finanzielle Verluste, sondern auch für das Land Berlin (ihm gehört die Messe), die Restaurants in Berlin, die Taxifahrer und alle Unternehmen, die etwas mit Messebau zu tun haben. Wer welche Schäden trägt und ob die Aussteller ihr Standgeld zurückbekommen werden, das ist noch völlig unklar. Die ITB sagt zu, jeden Einzelfall zu prüfen.

Fest steht: Weder Hoteliers noch Airlines müssen den Gästen ihre Übernachtungskosten erstatten – zumindest dann nicht, wenn diese restriktive Raten und keine eigens definierten Messepakete gebucht haben. Dennoch dürften sich etliche Häuser kulant zeigen, weil sie darauf hoffen, dass die Besucher dann 2021 erneut bei ihnen buchen werden. Aber wie gesagt: Ein Rechtsanspruch auf Erstattung besteht nicht. Warum also nicht die eine oder andere Nacht für einen privaten Berlin-Abstecher nutzen? Arbeiten lässt sich zur Not auch von unterwegs.

Dienstag, 3. März 2020

Die fvw hat sich entschieden: Trotz ITB-Absage veröffentlicht sie wie geplant ihre tägliche Messezeitung. Denn statt vor Ort verkünden die meisten Aussteller ihre Neuigkeiten nun virtuell oder telefonisch. Spannende Nachrichten jedenfalls gibt es genug auch ohne Messe! Ab Mittwoch – dem eigentlich ersten Messetag – finden Sie unsere fvw ITB Dailys unter: www.fvw.de/daily
Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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