Meine Woche | KW06

Erst Corona – und dann auch noch Sabine

fvw

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Zurück aus Mailand. Wie bereits in den vergangenen drei Jahren habe ich dort die BIT besucht, die größte Reisemesse Italiens. Ähnlich wie auf der ITB in Berlin stellen dort alle möglichen Staaten aus, mich interessiert jedoch vor allem die Halle, in der sich die italienischen Regionen präsentieren.

Von den Abruzzen über Kalabrien, Sardinien, Sizilien und die Lombardei bis zu den Marken: Ich habe viele spannende Gespräche geführt, deren Ergebnisse in den kommenden Monaten in meine fvw-Artikel einfließen werden. Ein bisschen Sonne und Wärme (fast 20 Grad!) konnte ich in Mailand auch noch genießen.

Glück hatte ich am Sonntag Abend beim Hinflug: Während die weitaus meisten Fluggesellschaften ihre Abflüge ab Hamburg strichen (wegen des Sturmtiefs Sabine), zeigte sich die Swiss knallhart und hob nach Zürich ab. Gewackelt hat es übrigens so gut wie gar nicht. Und die Zahl der Passagiere zwischen Zürich und Mailand ließ sich an zwei Händen abzählen: Es fehlten Dutzende Zubringer aus Deutschland, Holland und Großbritannien.

Sonntag, 9. Februar 2020

Auch wenn kein Branchenkenner von einer wirklichen Bedrohung reden will: In wirtschaftlicher Hinsicht gehört die Luftfahrt zu den durch die Corona-Epidemie am stärksten gebeutelten Branchen. Seit Wochen ruht der Flugverkehr nach China, und auch innerhalb des Landes wird kaum noch geflogen.

Besonders hart ist das vor allem für die chinesischen Fluggesellschaften. Aber auch die Hongkonger Cathay Pacific leidet extrem (erst durch die Demokratiebewegung in Hongkong, jetzt durch das Virus) – und ebenso viele andere asiatische Airlines, für die China zu den wichtigsten Zielgebieten gehört.

Findet die Virus-Krise bald ein Ende, dürften die Fluggesellschaften diese Verluste nach einigen Monaten wieder wettgemacht haben – auch weil zu hoffen ist, dass die meisten Menschen ihre derzeit ausfallenden Flüge zu einem späteren Zeitpunkt nachholen werden. Weitet sich die Krankheit jedoch aus, könnte es für die eine oder andere Airline ernst werden, ganz besonders für die, die sowieso schon nicht auf gesunden Beinen stehen.

Fast schon am Rande trifft Corona übrigens die europäischen Fluggesellschaften. So stellt China für die Lufthansa gerade mal sechs Prozent ihres Umsatzes dar. Da sind Rückgänge sicherlich verkraftbar.


stats