Meine Woche | KW05

Das China-Virus hält die Branche in Atem

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Dienstag, 28. Januar 2020

Corona und kein Ende. Die neue Lungenkrankheit, die in China bereits zu mehr als 100 Toten geführt hat, treibt weltweit die Reisebranche um. In Deutschland sagen die ersten Reiseveranstalter ihre China-Trips ab, und manche Unternehmen verbieten bereits Geschäftsreisen in den kommunistischen Staat. Noch – Stand heute – hält sich aber die Zahl der Firmen, die solche Reisen grundsätzlich untersagen, in Grenzen. Ihre Zahl wächst aber stündlich.

Noch handelt sich bei den meisten Unternehmen eher um eine "Soll"-Regelung: Dienstreisen, die nicht unbedingt nötig sind, sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Und wird doch gereist, so ist eine ausdrückliche Genehmigung nötig. Konzerne wie Thyssenkrupp, VW, Audi oder Merck gehen diesen Weg. (Wobei ich mich frage: Wieso werden eigentlich überhaupt Dienstreisen unternommen, die anscheinend nicht unbedingt nötig sind? Zumal solche nach Asien?)

Wie sich die Sache weiterentwickelt, hängt davon ab, wie schnell es den chinesischen Behörden gelingt, das Virus einzudämmen. Ein Szenario wie 2003, als das Sars-Virus im Land wütete, will das Regime vermeiden: Damals sank die Zahl der Reisen um 60 Prozent, und das Wirtschaftswachstum ging um 2 Prozentpunkte runter – wenn auch von einem hohen Niveau (11,1 Prozent).

Auch wenn das neue Virus aus medizinischer Sicht nach derzeitigen Erkenntnissen längst nicht so gefährlich ist, wie es Sars war: Die Folgen vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht könnten stärker sein als damals, für China selbst, aber auch für die Nationen, die mit dem Land Handel treiben, also Deutschland. Denn die wirtschaftlichen Beziehungen sind heute weitaus enger und intensiver als vor 17 Jahren, und die Zahl der Geschäftsreisen ist seither immens gestiegen.

Auf www.biztravel.de halten wir Sie über die Entwicklung in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden.

Freitag, 24. Januar 2020

Sie gehörte zwar schon seit längerem zu dem Kreis der drei übrig gebliebenen Interessenten. Dass die polnische Fluggesellschaft LOT am Ende zum Sieger wurde, ist dennoch eine Überraschung: LOT kauft die ebenso große Condor und verdoppelt sich damit.

Tatsächlich gehört die Fluggesellschaft fast schon zu einem Kuriosum in der heutigen Luftfahrt: Sie wächst wie kaum eine andere Airline. Neue Strecken und neue Flugzeuge kommen fast im Wochentakt hinzu, und Warschau etabliert sich auch für deutsche Unternehmen, die nach Asien oder Nordamerika reisen, zu einem beliebten Umsteige-Airport.

Wir sind gespannt, wie sich LOT weiterentwickeln wird.
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