Meine Woche | KW 44

Falsche Hoffnungen und ein kühles Bier

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Es hätte so schön sein können. Als Corona seit Mai abflaute, war ich mir fast sicher: Das war's, das kommt nicht wieder. Ich weiß, dass auch "damals" schon Wissenschaftler vor einer zweiten Welle warnten, die möglicherweise noch schlimmer ausfallen könnte als die erste.

Doch das flaue Gefühl im Magen begann bei mir erst, als wenige Monate später in Spanien die Zahlen plötzlich wieder deutlich anstiegen. Das wir bei den Neuinfektionen aber jemals Werte erreichen sollten, die so viel höher sein würden als im Frühjahr, damit hätte ich nicht gerechnet. Anders als bei unseren Nachbarn betrifft dies in Deutschland derzeit zum Glück nicht die Zahl der Intensivpatienten oder gar Todesfälle.

Es ist jedoch bitter, tagtäglich von den Folgen der zweiten Welle auf unsere Branche lesen und schreiben zu müssen. Ob es die Fluggesellschaften sind, die teilweise mehrere Zehntausend Menschen entlassen, oder ob es Geschäftsreiseanbieter wie BCD sind, die im Verlauf der Krise um 3000 Stellen schrumpfen: Was wäre es schön, wenn sich das mit Covid-19 doch irgendwie noch rasch erledigen würde! So wie es sich in den Staaten im Fernen Osten anzubahnen scheint, egal ob im kommunistischen China oder im freiheitlichen Südkorea und Taiwan. Was machen die besser als wir?

Montag, 26. Oktober 2020

Mit Katastrophen will niemand in Zusammenhang gebracht werden. Produkte, die genau so heißen wie etwas, das Tod und Elend über die Menschen bringt, werden meistens nicht zu Kassenschlagern. Nach früheren Katastrophen haben denn auch viele Firmen ihre namensgleichen Angebote rasch umbenannt. Das "Zeit"-Studentenmagazin Campus hatte kürzlich eine solche kurze Liste veröffentlicht.

So heißt der indische Tata-Kleinwagen "Zica" seit dem Zika-Virus 2016 eben nicht mehr "Zica" – sondern "Tiago". Die deutsche Band "Tsunamikiller" benannte sich nach den schrecklichen Ereignissen 2004 in "Revolverhead" um. Und der Bio-Tech-Konzern "Isis Pharmaceuticals" trägt seit dem Terror des Islamischen Staats den Namen "Ionis Pharmaceuticals".

Ob wir Ähnliches auch nach Corona erleben werden? Wie also wird wohl das mexikanische Bier heißen, das derzeit (noch?) streng an seiner Bezeichnung festhält?


1 Kommentar

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1.
Alfonso Garcia
Erstellt 27. Oktober 2020 13:55 | Permanent-Link

Vorschlag: "Coronita", wie z.B. seit jeher im spanischen Markt... :-)

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