Luftfahrt-Kongress

Hannover wirbt intensiv auf "Routes"

"Stabübergabe" von Hannover an Bergen: Steven Small, Brand Director der Routes, Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und Jasper Spruit, VP Traffic Development des norwegischen Flughafen-Betreibers Avinor.
Andreas W. Schulz, Andreas W. Schulz
"Stabübergabe" von Hannover an Bergen: Steven Small, Brand Director der Routes, Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und Jasper Spruit, VP Traffic Development des norwegischen Flughafen-Betreibers Avinor.

Die 1200 Teilnehmer, die von Fluggesellschaften, Flighäfen und aus Fremdenverkehrsämtern aus ganz Europa stammten, zeigten sich verblüfft über die Angebote der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Die mittlerweile 14. Routes Europe war diesmal etwas Besonderes: Erstmals fand die Veranstaltung in Deutschland statt. Hannover hatte sich erfolgreich um die Ausrichtung beworben. Mehr als 1200 Airline-, Airport- und Touristikfachleute kamen aus der ganzen Welt in die niedersächsische Landeshauptstadt, um über neue Flugstrecken zu diskutieren und diese auszuhandeln.

Dieser Routes-"Wanderzirkus" findet jedes Jahr an einem anderen Platz in Europa statt – und hat noch weitere internationale Ableger von Amerika bis Asien. Hannover hatte damit die einmalige Chance, den internationalen Gästen zu zeigen, was der Flughafen und die Region zu bieten haben. Für viele war die Stadt bisher nur ein Punkt auf der Landkarte. Das soll "jetzt anders werden", hebt das Team um Roger Niermann, Direktor Aviation Sales von Hannover Airport, selbstbewusst hervor.

Im harten Wettbewerb der Flughäfen und Regionen um die Gunst neuer Fluggesellschaften und Flugverbindungen ist es gerade für kleinere Airports nötig, ihr Profil zu schärfen und sich attraktiv zu positionieren. Hannover hat in den drei Tagen seine Chance genutzt, den oft verblüfften Gästen zu zeigen, was die Landeshauptstadt Hannover zu bieten hat – vom Empfang im prunkvollen Rathaus, bis zum großen Abschlussabend in den Herrenhäuser Gärten.

Der Airport Hannover lag mit seinen 6,3 Mio. Fluggästen 2018 zwar nur im Mittelfeld des deutschen Verkehrsflughäfen. Er hat es aber geschafft, gegenüber 2017 eine Steigerung von 7,7 Prozent zu erzielen.

Mit einem 24-Stunden-Betrieb, einem Einzugsgebiet von gut sechs Millionen Menschen im Radius von einer Stunde Autofahrt, einer guten Infrastruktur und vielen internationalen Weltfirmen, gerade aus der Automobilbranche, sollte man annehmen, dass es leicht sein müsste, neue Airlines nach Hannover zu holen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

"Wir wollen mit der Veranstaltung die Popularität von Hannover stärken und die Incoming-Märkte gewinnen", sagt Niermann. Bei diesem Ringen um neue Airlines war und ist es "strategisch wichtig, auch die Politik und Wirtschaft hinter sich zu wissen", hebt Niermann hervor. So hat die Stadt Hannover engagiert diese Möglichkeit der Präsentation mit aktiv gefördert und sich eingebracht.

Für Oberbürgermeister Stefan Schostok, der seit 2013 im Amt ist, ist klar, "dass ein Engagement keine Sache von heute auf morgen ist, sondern ein Marathonlauf". Der traditionelle Hannover-Marathon fand direkt vor der "Routes" statt, und viele Teilnehmer waren beim Lauf dabei. Im nächsten Jahr wird Bergen in Norwegen Gastgeber der "Routes Europe" sein.

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