Lesetipp

Warum das Leben wie ein Garten ist

Zsolnay

Von Vergänglichkeit und Verlust handelt der neue Roman des Schweizer Autors Roland Burti: von den Beziehungen zwischen Sohn und seiner dementen Mutter. Ein Buch, das berührt und tröstet!

Selbst Menschen, die uns scheinbar nahe stehen, lernen wir oft niemals richtig kennen: Für die Kinder bleibt ihre Mutter ein ewiges Mysterium, und selbst Ehepartner kommen sich mental und seelisch nicht immer so nahe, wie man es sich vorstellen mag. Davon handelt der neue Roman des Schweizer Schrifstellers Roland Buti: "Das Leben ist ein wilder Garten".

Im Mittelpunkt steht der Landschaftsgärtner Carlo. Gänzlich unerwartet wird er von seiner Frau verlassen, während seine Tochter zum Studium nach London zieht. Zudem wird sein Hilfsgärtner Agon aus heiterem Himmel zusammengeschlagen, und zu guter Letzt verschwindet seine demente Mutter aus dem Altersheim.

Doch so tragisch, wie all dies klingen mag, ist Butis Geschichte nicht. Ganz und gar nicht: Die Art und Weise, wie er die Personen beschreibt und wie der Sohn seine Mutter am Ort ihrer ersten Liebe wiederfindet und sie besser kennengelernt als jemals zuvor, all dies wirkt ungemein tröstlich, warm und leicht. Gewissermaßen schließt sich der Kreis im Leben seiner Charaktere, und ihr Dasein erhält Sinn – zumindest wird dieser Sinn deutlich.

Das Leben kommt als "wilder Garten" daher. Wie sich die Pflanzen und Blumen darin entwickeln, kann niemand vorhersehen, und manches von dem, was dort gedeiht, bleibt unbekannt. Und dennoch ist der Garten ein beherrschbares Refugium, ein Paradies, in dem man sich wohlfühlt – trotz allem.

Ein berührender, aufregender Roman!

Roland Buti: Das Leben ist ein wilder Garten. Erschienen im Verlag Paul Zsolnay. 176 Seiten, Preis: 20 Euro.

Zu einer Leseprobe geht es hier.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats