Lesetipp

Darum sind Märchen so wichtig für uns

Dörlemann

In einem sehr lesenswerten Essay untersucht Tilman Spreckelsen, was seit Jahrhunderten den Reiz der Märchen ausmacht. Speziell kümmert sich der Autor um die Werke der Gebrüder Grimm.

"Der goldene Schlüssel" – so nannten die Gebrüder Grimm einst ihr Märchen, das zumeist an letzter Stelle in ihren Büchern stand. Den Titel bezogen sie wohl bildlich auf den Märchenschatz, den es zu heben und zu entschlüsseln gilt.

Und genau diesen Schlüssel dreht auch Tilman Spreckelsen weiter. In seinem Büchlein "Der goldene Schlüssel – Zu Märchen" spricht er über diese Form der Literatur. Er tut dies als Liebhaber und ausgewiesener Kenner von Märchen.

Warum lesen wir seit Jahrhunderten unseren Kindern (und manchmal auch uns selbst) so gern Märchen vor? Warum faszinieren uns vor allem die Texte der Gebrüder Grimm so sehr? Kurz: Was machen Märchen zu Märchen?

Geforscht wird darüber schon lange, viele bekannte Psychologen haben sich damit beschäftigt, und das 1976 erschienene Buch "Kinder brauchen Märchen" von Bruno Bettelheim ist längst Bestandteil jedes Pädagogik-Studiums.

Spreckelsen unternimmt seine wissenschaftliche (aber sehr gut verständliche) Reise durch die Märchenwelt denn auch anhand von drei selbst formulierten Thesen. Und mit denen beweist er – wie sollte es anders sein – wie wichtig Märchen sind, um als Mensch zu uns selbst zu kommen.

Abgerundet wird das lesenswerte Büchlein durch hochwertige Zeichnungen von Otto Ubbelohde – natürlich handelt es sich um Märchenmotive.

Tilman Spreckelsen: Der goldene Schlüssel – Zu Märchen. Erschienen im Verlag Dörlemann. 128 Seiten, Preis: 17 Euro.

Zu einer Leseprobe geht es hier.

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