Lesetipp

Postkartenschätze aus der DDR

Delius Klasing

Vom "Konsument"-Kaufhaus am Leipziger Brühl über das Markttreiben in Wismar im Jahre 1967 bis zum 1961 errichteten Müggelturm in Berlin: Der Bildband "Ostkarten" entführt in eine Welt, die es (so) nicht mehr gibt.

Gut 200 Ansichtskarten aus DDR-Zeiten haben die Herausgeber Edwin Baaske und Florian Ücker herausgesucht, die zumeist Straßenszenen in der damaligen DDR zeigen. In ihrem Buch präsentieren sie diese nach den (heutigen) neuen Bundesländern geordnet.

Die meisten Karten stammen aus den 60er- oder 70er-Jahren und sind in Schwarz-Weiß gehalten. Und immer wieder stellen die Herausgeber den damaligen Postkarten das heutige Aussehen der gezeigten Motive entgegen, so etwa von den Brühlschen Terrassen in Dresden (1984 und 2020) oder vom markanten Leipziger Hochhaus am Augustusplatz, das schelmisch als "Weisheitszahn" bezeichnet wird (1972 und 2020). 

Den einen oder anderen Namen der auf den DDR-Karten abgebildeten Straßen oder gar Städte gibt es heute nicht mehr (so wurde Karl-Marx-Stadt wieder zu Chemnitz). Und auch die Autos, die zu sehen sind, findet man höchstens noch in Museen, vom P 70 Kombi über den Ikarus-Omnibus und Robur-Lkw bis zum russischen GAZ-12 SIM für den gehobenen Bedarf.

Dazwischen zeigt das Buch immer wieder alte DDR-Briefmarken, und der Inneneinband ist in einem 60er-Jahre-Tapetenmuster gestaltet, wie es allerdings für Ost wie West gleichermaßen typisch war.

DDR-Atmosphäre im Postkartenformat – nicht nur (n)ostlagisch, sondern spannend auch für Westler!

Edwin Baaske, Florian Ücker: Ostkarten. Erschienen im Verlag Delius Klasing. 122 Seiten, Preis: 24,90 Euro.


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