Lesetipp

Ein Roman, der die Seele wärmt

mare

"Bären füttern verboten" nennt die Britin Rachel Elliott ihr neues Buch. Und schenkt uns – genau passend in diesen Zeiten – eine Geschichte voller wunderschönem Trost.

Das ist bei eher wenigen Romane der Fall: Figuren, die einen ans Herz wachsen, obwohl sie nicht wirklich existieren, und die man schmerzlich vermisst, wenn man auf der letzten Seite angelangt ist. Doch bei Rachel Elliotts neuem Buch "Bären füttern verboten" ist es ganz genau so. Und das, obwohl es sich um durchweg eher schräge Typen handelt.

Hauptperson ist die 47-jährige Zeichnerin Sydney Smith, die im wahrsten Sinne des Wortes Wände hinaufläuft – als "Free Runnerin". Warum sie dieses etwas merkwürdige Hobby pflegt (und einiges mehr), erfährt sie, als sie sich nach 30 Jahren erstmals wieder in den Ort St. Ives aufmacht – und sich dort traumatischen Ereignissen aus der Vergangenheit stellen will. Doch das Ganze entwickelt sich anders als geplant.

Denn Sydney ist nicht die einzige, die nach dem Sinn ihres Daseins sucht. In St. Ives trifft sie etwa viele andere Menschen mit (liebenswerten) Macken. Zahntechnikerin Maria beispielsweise backt Muffins mit heilenden Kräften, Buchhändler Dexter ist mit der Liebe durch und mag Kleider, und Belle trägt "Ich liebe Otter"-T-Shirts und führt Hängebauchschweine aus.

Doch wer sagt eigentlich, dass Dinge wie diese "sinnlos" wären? Wer hilft einem, wenn man meint, im Leben gescheitert zu sein? Und wie geht es dennoch weiter, selbst wenn sich das Loch, das sich vor einem auftut, immer größer zu werden scheint?

Elliotts Roman ist ein Buch, das in jeder Hinsicht tröstet. Geschrieben mit Witz, originellen Eimfällen, vor allem aber mit einem großen Einfühlungsvermögen zu den unterschiedlichsten Charakteren. Liebenswürdig und sehr, sehr menschlich!

Rachel Elliott: Bären füttern verboten. Erschienen im Mare-Verlag. 336 Seiten, Preis: 22 Euro.

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