KLM-Geburtstag

Auch mit 100 noch auf dem Höhenflug

KLM-Chef Pieter Elbers
Andreas W. Schulz
KLM-Chef Pieter Elbers

Keine andere Fluggesellschaft trägt ihren Namen so lange wie die holländische KLM. Heute gilt sie sogar als Lehrmeister im Bündnis mit Air France.

Was einst von dem enthusiastischen Luftfahrtpionier Albert Plesman initiiert und am 7. Oktober 1919 feierlich in Den Haag unterzeichnet wurde, war die Gründungsurkunde der „Koninklijke Luchtvaart Maatschappij“, kurz KLM. Das Siegel von der damaligen Königin Wilhelmina war ein wichtiges Prädikat, die Bedeutung der gerade gegründeten Fluggesellschaft herauszuheben. Heute ist KLM die älteste Fluglinie, die noch immer mit Stolz ihren ursprünglichen Firmennamen trägt.

Schon damals hatte KLMs erster Firmenchef, Albert Plesman, eine visionäre Weitsicht, als er „von einem Ozean der Lüfte, der Menschen verbindet“ sprach. Pioniergeist und Innovation sind Synonym für die Fluglinie im markanten Delftblau, die es bis heute verstanden hat, im Ranking der großen internationalen Airlines ganz oben mitzuspielen. Keine Selbstverständlichkeit für ein kleines Land mit rund 17 Millionen Einwohnern.

Das Unternehmen hat es immer verstanden, sich mit innovativen Produkten und Partnerschaften im harten Wettbewerbsumfeld zu behaupten. Mittlerweile ist KLM, der „Juniorpartner“ in der engen Partnerschaft mit Air France, sogar zum Vorbild anvanciert, wie Ben Smith, der neue Konzernchef von Air France/KLM, anlässlich der Geburtstagsfeierlichkeiten gegenüber seinem Gastgeber, KLM-Chef Pieter Elbers, konstatierte: „Air France kann von KLM lernen, was möglich ist."

Nicht alle Festgäste, besonders einige aus Frankreich, werden das so unterschreiben wollen, aber es unterstreicht auch die wirtschaftlich Bedeutung, die KLM mittlerweile in der Gesamtbilanz der beiden Unternehmen hat. Mit gut 80 Prozent internationaler Fluggäste, zwei Drittel davon Transitgäste, ist für KLM der Flughafen Amsterdam Schiphol das Aushängeschild eines effizienten Luftfahrt-Drehkreuzes. Mit gut 71 Millionen Fluggästen im letzen Jahr ist Schiphol im europäischen Ranking wieder auf Platz drei gelandet (nach London und Paris) und noch vor Frankfurt.

KLM, manchmal gern mit den Airlines aus den Emiraten verglichen, weil auch sie nur einen kleinen Heimatmarkt haben, muss jedoch weiter wachsen und seine Passagiere über Amsterdam ziehen. Das bringt gegenwärtig die Fluggesellschaft in Schwierigkeiten, da die Kapazitätsgrenzen des Flughafens bei 500.000 Flugbewegungen im Jahr (politisch) gedeckelt sind.

Pieter Elbers hofft, dass die verantwortlichen politischen Gremien den Spielraum auf 540.000 Flugbewegungen für Schiphol sukzessive erhöhen. „Wir setzen dabei stark auch auf gute intermodale Verkehrsanbindungen, wo etwa die Schiene den Luftverkehr ersetzen kann, wie jüngst von Brüssel nach Amsterdam“, hebt Elbers hervor. Für Elbers ist die Schiene die beste Verkehrsoption: „Wenn ich aber von Amsterdam nach Berlin mit der Bahn noch mehr als 7 Stunden benötige, ist das keine alternative Lösung."

Auf der Geburtstagsfeier konnte sich KLM zumindest sicher sein, dass die Regierung der Niederlande, vertreten durch den Finanzminister Wopke Hoekstra, sich klar für die Bedeutung der Fluglinie und des Flughafens als treibende Kräfte für die Wirtschaft des Landes aussprach. Eine wichtige Aussage auch in der Positionierung gegenüber den französischen Partnern.
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