Klimaschutz

TU Delft und KLM planen CO2-armes Flugzeug

Henri Werij von der TU Delft und Pieter Elbers (KLM) unterzeichnen den Vertrag
Andreas W. Schulz
Henri Werij von der TU Delft und Pieter Elbers (KLM) unterzeichnen den Vertrag

Unter dem Namen "Flying V" sollen die derzeit modernsten Technologien wie effiziente Triebwerke vereinigt werden mit neuen hybriden und elektrischen Antrieben. Ziel sind am Ende völlig emissionsfreie Flüge.

Trotz ihrer 100 Jahre, die KLM als die älteste Fluggesellschaft der Welt in diesem Oktober feiern wird, gehört sie zu den führenden großen Airlines, die permanent auf der Suche nach Innovationen und neuen Produkten sind. Besonders das derzeit heiß diskutierte Thema der Nachhaltigkeit, so KLM Chef Pieter Elbers, "wird aktiv und beispielgebend für die Branche angegangen". Die IATA-Jahrestagung in Seoul war jetzt die passende Bühne, eine vollkommen neue Kooperation vorzustellen und zu unterzeichnen .

Gemeinsam mit dem Dekan der Technischen Universität (TU) Delft in Holland, Henri Werij, stellte Elbers ein neues Flugzeugkonzept, genannt „Flying-V“, vor, dass einen neuen losgelösten Ansatz der konventionellen Flugzeugentwicklung darstellt. Gleich zu Beginn der Präsentation stellte Elbers aber klar, „dass wir hier nicht unter die Flugzeugbauer gehen wollen und  Airbus, Boeing & Co keine Konkurrenz machen wollen".



Vielmehr soll das Flugzeugkonzept eine Alternative aufzeigen, wie rund 20 Prozent weniger Treibstoff gebraucht werden könnte als die heutigen modernsten Jets wie der A-350 oder die B-787. In seinen Dimensionen ist es bewusst auf die Größe und Kapazität (Passagiere und Fracht) eines Airbus A-350-900 ausgelegt, um die gegenwärtigen Infrastrukturen der Flughäfen nutzen zu könne. Dabei bedient sich das Konzept durchaus heutiger Technologien wie etwa die besten zur Zeit existenten Triebwerke als Antrieb.

Elektrische Antriebe sollen Bestandteil werden

Das Flying-V-Konzept ist aber so ausgelegt, jederzeit andere hybride Techniken wie elektrische Antriebe zu integrieren. Insgesamt soll die Flying-V-Studie als eine mögliche Richtung verstanden werden, die bisherigen Angebote und Erfahrungen der modernen Flugzeugentwicklung zu integrieren und trotzdem ein Konzept zu entwickeln, das richtungsweisend für die Zukunft ist. „Unser ultimatives Ziel sind emissionsfreie Flüge“, sagt Werij. KLM versteht sich hier als Sponsor, diese Gedanken aktiv zu unterstützen und ihr Wissen gemeinsam mit den Wissenschaftlern der TU Delft einzubringen.



Elbers betont auf BizTravel-Nachfrage, „dass das Projekt offen ist und andere Airlines und Partner herzlich eingeladen sind, sich an dieser Studie zu beteiligen“. Vielleicht hat auch der niederländische Traditionsflugzeugbauer Fokker, der mit von der Partie ist, hier eine neue Chance für ein revolutionäres Comeback? Jedenfalls soll jetzt ein maßstabsgetreues flugfähiges Modell erst einmal zeigen, ob es die Anforderungen erfüllen kann.

Chance auch für Fokker?

Start soll dafür passend zur KLM-Jahrhundertfeier im Oktober auf dem Flughafen Schiphol sein. Sollten das Modell und die weiteren Forschungen sich wie gewünscht entwickenn und große Flugzeugbauer einsteigen, könnte der „Erstflug in 10 bis 15 Jahren sein“, so der Dekan der TU Delft. KLM wäre dann sicherlich ein Erstkunde, denn Engagement und Pioniergeist verpflichten.
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