Klimaschutz

Der "einheitliche Himmel" soll helfen

Konzertierte Aktion: Namhafte Vertreter aus Politk und Wirtschaft wollen gemeinsam das Thema "Flug und Klima" angehen.
Andreas W. Schulz
Konzertierte Aktion: Namhafte Vertreter aus Politk und Wirtschaft wollen gemeinsam das Thema "Flug und Klima" angehen.

Deutschland soll sich bei seiner kommenden EU-Ratspräsidentschaft dafür einsetzen, dass endlich ein "Single European Sky" geschaffen wird, fordert die Luftfahrtbranche. Dies spare 10 bis 15 Prozent des CO2-Ausstoßes.

Das fordert Lufthansa Chef Carsten Spohr. Die Bundesregierung müsse sich "vehement endlich" für eine Verbesserung der Luftverkehrskontrollzonen „Single European Sky einsetzen. „Wir könnten mit einem Schlag zehn Prozent der heutigen CO2-Emissionen, die der Luftverkehr in Europa verursacht, herausnehmen", sagt Spohr. Andere Branchenvertreter gehen sogar von 15 Prozent aus.

Diese Forderung wurde bereits vergangene Woche auch auf der ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig erhoben. Die Konferenz war absolut hochrangig besetzt, alle Entscheidungsträger von der Bundeskanzlerin, ihren zuständigen Ministern, bis hin zu den Chefs der Luftfahrtbranche waren anwesend. Erstmals wurden mit der feierlichen Unterzeichnung des „Leipziger Statements“ Weichen für die Zukunft in der Luftfahrt gestellt.

Dabei wurde auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der gesamten Branche mit rund 850.000 Beschäftigten und einer Wertschöpfung vom mehr als 60 Mrd. Euro hervorgehoben. Denn die Luftfahrtbranche ist in weiten Teilen der Öffentlichkeit in eine Schieflage geraten und als „Klimakiller“ abgestempelt. Umso wichtiger war es jetzt, dass die Bundesregierung der deutschen Luftverkehrsindustrie vor dem Hintergrund der anhaltenden Kritik demonstrativ den Rücken stärkte.

Verhärtete Fronten bei der Luftfahrtsteuer

Auch die Branche selbst nimmt die aktuelle Debatte ernst und sichert weitere gemeinsame Anstrengungen zu, die Klimaziele der Bundesregierung zu unterstützen. Ein besonderer Streitpunkt, bei dem sich die Fronten verhärtet haben, ist die Luftverkehrssteuer, die seit 2011 vom Bund eingenommen wird, und mittlerweile bei rund 1,25 Mrd. Euro jährlich liegt.

Hier hat sich etwas bei der Luftfahrtbranche bewegt, und sie plädiert nunmehr vehement, die Einnahmen der Luftverkehrssteuer zweckbezogen etwa zur Weiterentwicklung der Kraftstoffe etwa im erfolgsversprechenden Power-to-Liquid-Verfahren einzusetzen, fossile Kraftstoffe durch regenerative zu ersetzen. Der Bund, prominent angeführt von Kanzlerin Merkel, setzt sich hier ein und sichert der Branche zu, verstärkt in diesem Gebiet zu forschen, um wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln.

Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Einsatz von Mitteln der Luftverkehrssteuer hier sinnvoll investiert, hält sich aber noch die Option „da muss Finanzminister Scholz mitspielen“ offen. Aber auch grüne Politiker wie der hessische Staatsminister und stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir können sich hier einen gemeinsamen Weg mit der Luftfahrtbranche vorstellen. Er will die Mittel etwa zu zweckgebundener Forschung in regenerative Kraftstoffe einsetzen.

Jetzt muss geliefert werden

In Leipzig waren die Entscheidungsträger erstmals in dieser konzentrierten Form zusammen und signalisierten „wir haben verstanden“. Das zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte „Leipziger Statement“ fasst deutlich die anzugehenden Bereiche an: die Förderung neuer emissionsärmerer, energieeffizienterer und leiserer Flugzeuge, elektrisches und hybrid-elektrisches Fliegen, alternative Kraftstoffe, automatisierte und digitale Innovationen, intermodale (Bahn statt Flug) Verkehrskonzepte zu fördern, neue Mobilitätskonzepte wie Drohnen voranzubringen, um nur einige Schlagworte des Statements zu nennen. Ein ermutigender Schritt für den Klimaschutz. Jetzt muss geliefert werden.
Kommentare

Ihre E-Mail wird weder veröffentlicht noch weitergegeben. Notwendige Felder haben einen *

Spielregeln

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats