Jahrestagung der abta

Datenschutz, Niki und Reisen zum Mond

EU-Datenschutz-Spezialist Dimitrios Droutsas.
abta
EU-Datenschutz-Spezialist Dimitrios Droutsas.

Die neue EU-Datenschutzverordnung verbessere die Reaktion auf US-Giganten wie Google, Amazon & Co. Perfekt sei sie jedoch bei weitem nicht.

„Die Verordnung ist weit entfernt von einem perfekten Ergebnis, weil die Gesetzgebung hinter dem technischen Fortschritt nachhinkt“, erklärt Dimitrios Droutsas, Mitglied des EU-Parlaments und ehemaliger griechischer Außenminister, das schwierige Zustandekommen der EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 in Kraft tritt. „Sie ist teils sehr schwammig und nicht präzise definiert, aber sie ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung“, so Droutsas bei der diesjährigen Jahrestagung des österreichischen Geschäftsreiseverbands abta in Langenlois.

„In der EU haben wir traditionell ein viel strengeres Datenschutzniveau als etwa in den USA, und wir müssen dieses Niveau halten oder sogar verbessern“, sagte Droutsas. Derzeit gelte noch immer eine Richtlinie von 1995, die von jedem Staat national umgesetzt werden müsse. Diese Richtlinie habe nur sehr niedrige Bußgelder bei Verstößen gegen den Datenschutz vorgesehen, die von Konzernen aus Portokasse hätten bezahlt werden können.

Die neue Verordnung gelte hingegen EU-weit und auch für US-Unternehmen, die auf EU-Territorium ihre Geschäfte betreiben. Sie zeichne sich durch drei Prinzipien aus: Stärkung des individuellen Datenschutzes, Rücksicht auf das Unternehmertum (KMU) und eine wirkliche Strenge gegenüber US-Giganten wie Google, Facebook und Apple, die durch Datensammlung enorme Geschäfte machen.

„Niki gehört bereits Etihad“

Um die Zukunft der Luftfahrt ging es in einem Vortrag des Airline-Experten Kurt Hofmann. Er nannte aktuell drei herausfordernde Punkte: Qatar Airways dürfe arabische Länder nicht bedienen, daher herrsche in Nahost eine gewaltige Überkapazität, viel Umleitungsverkehr mit hohen Kosten, und das erzeuge auch Druck auf die EU. Ein weiterer Punkt sei der Brexit. So suche Easyjet derzeit ein zweites Standbein in der EU.

Und als dritten Punkt nannte er Alitalia, mit drei Milliarden Euro Schulden. Hofmann sieht hier das Problem vor allem bei den Mitarbeitern, denn sie würden sich „wie immer“ darauf verlassen, dass der Staat Geld zuschieße. Ryanair mit einem Marktanteil von bereits 22 Prozent sei gierig, sämtliche Kurz-und Mittelstrecken von Alitalia zu übernehmen.

Aber auch der Flughafen Wien verzeichne einen Vormasch der Billigheimer. Große Unsicherheit herrsche hingegen bei Niki. Angeblich sei die Fluggesellschaft bereits an Etihad verkauft, und nur mehr fünf Flugzeuge seien in Österreich stationiert. „Hier wurde viel Vertrauen zerstört, und die Chancen stehen nicht so gut“, so Hofmanns Einschätzung.

Lufthansa habe großen Zulauf von Passagieren von Turkish Airlines, Air Berlin und Alitalia – was wiederum die LH-Tochter AUA unter Druck setze. AUA sei zwar profitabel, müsse aber noch wachsen und mehr Geld verdienen.

Reise zum Mond

Unterhaltsam war der Vortrag von Experimentalphysiker Werner Gruber über die Zukunft des Reisens. Er entführte in den Weltraum und sprach über Reisen, die man bereits heute buchen kann.

Gespickt mit Anekdoten von den ersten Raumfahrern schilderte Gruber, sewas den Reisenden bei einem Space Trip erwartet. Der Flug mit der Sowjetkapsel zur ISS sei technisch sicher, dauere vier Stunden, es herrsche aber große Platzenge. Auch sei es entweder zu kalt oder zu warm. Ein Problem sei auch die enorme Lautstärke rund um die Uhr. Neben Astronautennahrung erwarte den Passagier Schlafen im Stehen mit Mundschutz (wegen der erhöhten Radioaktivität), das Klo gleich neben neben der Mini-Küche sowie ein phantastischer Ausblick auf die Erde-

Auch eine Reise zum Mond werde tatsächlich von einer Agentur angeboten, die Reisenden landen allerdings nicht am Mond, man fliegt nur um den Mond herum und kehre dann wieder zurück. Hingegen ist eine Reise zum Mars nicht möglich. Diese würde 500 Tage erfordern und die Sonne wäre so stark, dass man nicht überleben könnte.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats