Interview

Air-Baltic-CEO ist offen für Investoren

CEO Martin Gauss hat Air Baltic erfolgreich aufgestellt. Bei der Flottenpolitik setzt er ganz auf Airbus.
Air Baltic
CEO Martin Gauss hat Air Baltic erfolgreich aufgestellt. Bei der Flottenpolitik setzt er ganz auf Airbus.

Air Baltic ist nach einem harten Sanierungskurs erfolgreich unterwegs. Für das weitere Wachstum sucht der Regional-Carrier jedoch weitere Investoren, wie CEO Martin Gauss im interview erläutert.



fvw: Herr Gauss, warum die vorzeitige Ausflottung der Boeing B-737-Jets noch in diesem Jahr?

Martin Gauss
Der wirtschaftliche Erfolg unserer neuen Airbus A-220-300 hat uns dazu veranlasst. Die niedrigen Spritkosten, die geringere Komplexität, wenn nur noch ein Jet-Muster in der Flotte ist, macht die Operation wesentlich effizienter. Wir rechnen damit, dass ab November 2019 die Umstellung abgeschlossen sein wird.

Sie suchen in ihrem Businessplan "Destination 25" neue Investitionspartner. Warum?

Wir wollen weiter wachsen. Der Airbus A-220-300 ist das Flugzeug, das unsere Zukunft sichert. Insgesamt haben wir 50 Airbus A-220-300 fest bestellt und 30 weitere Optionen auf das Flugzeugmuster. Bis 2022 wollen wir mit bis zu 80 Airbus A-220-300 gewachsen sein und unsere Flotte vereinheitlicht haben. Um im hart umkämpften Luftfahrtmarkt weiter erfolgreich zu wachsen, müssen wir expandieren und die Effizienz unserer jungen Flotte ausspielen. Daher suchen wir neue Investoren, die sich daran beteiligen wollen.

Warum können sich die drei baltischen Staaten nicht zur einer "SAS" wie in Skandinavien finden? 

Wir sind ja schon in den drei baltischen Staaten die Nummer 1 bezogen auf das Flugangebot im Baltikum mit rund 70 Destinationen in Europa, im Mittleren Osten und den GUS-Staaten. Der Haupteigner ist der lettische Staat mit 80,5 Prozent der Anteile. Der Staat greift aber nicht in unsere unternehmerische Freiheit ein. Die Erfahrungen, die die Staaten Litauen und Estland etwa mit Air Lituanica und Nordica gemacht haben, waren nicht gerade von Erfolg gekrönt – aber jeder Staat ist stolz auf seine Unabhängigkeit.

Das Sterben von Regional Airlines in Europa hält an. Wie schafft es Air Baltic zu überleben?

Wir haben einen harten Sanierungsprozess hinter uns. Wir haben im Management Team bereits 2012 strategische Entscheidungen getroffen, die zum wirtschaftlichen Erfolg in den vergangenen beiden Jahren geführt haben. Unser Geschäftsmodell ist, unseren Kunden etwa eine vollwertige Business Class anzubieten, mit einem effizienten Hub & Spoke System (Drehkreuz Riga), das Ganze aber zu Low-Cost-Konditionen.

Wie sehen Ihre Pläne für den deutschen Markt aus?

Wir haben 500.000 Passagiere aus Deutschland und wollen weiter wachsen. Berlin, München und Stuttgart sind unsere stärksten Märkte in Deutschland. Mit dem Einsatz des Airbus A-220-300 werden wir weiter unser Angebot verbessern. Mehrheitlich ist das Geschäft im touristischen Segment zu finden, aber auch die Geschäftsreisenden nehmen unser Angebot sehr gut an.

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