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Flüge sorgen für 0,007% des weltweiten CO2-Ausstoßes

Innerdeutsche Flüge tragen so gut wie nicht zum Klimawandel bei.
Michael Penner
Innerdeutsche Flüge tragen so gut wie nicht zum Klimawandel bei.

Im Kampf gegen die Klimaerwärmung diskutiert die Politik ganz besonders über den innerdeutschen Flugverkehr. Doch der Anteil, den dieser am Klimaeffekt hat, ist verschwindend gering.

In einem Pressegespräch machte der Bundesverband der Deutschen Luftfahrt (BDL) deutlich, dass der weltweite Luftverkehr für 2,8 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich ist. Der innerdeutsche Verkehr hat einen Anteil von 0,3 Prozent an dem in Deutschland entstehenden CO2-Ausstoß.

Damit ist die Bedeutung des Flugverkehrs für die Klimaerwärmung im Vergleich zu Sektoren wie Autoverkehr, Heizung, Fleischkonsum oder Industrie extrem klein. Bezogen auf die gesamten CO2-Emissionen weltweit in allen Bereichen hat der innerdeutsche Luftverkehr einen Anteil von lediglich 0,007 Prozent.

Mit dieser Zahl reagiert der BDL auf die derzeit hitzig geführten Debatten über den innerdeutschen Flugverkehr. Nach Vorschlägen von CSU und Grünen soll diesem durch eine Mehrwertsteuersenkung auf Bahnfahrkarten der Garaus gemacht werden: Weil die Schiene dann noch günstiger als der Flug sei, hofft man darauf, dass vor allem Geschäftsreisende auf den Zug umsteigen.

Nach Ansicht des BDL sei eine stärkere Verlagerung des innerdeutschen Flugverkehrs für die Luftverkehrsbranche alles andere als problematisch. Im Gegenteil, so BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow, "haben die Airlines sogar ein großes Interesse daran". Zum einen sind innerdeutsche Flüge nicht gerade diejenigen Strecken, auf denen die Fluggesellschaften ihren großen Gewinn machen.

Zum anderen betrachteten die Airlines die Bahn als Ergänzung: Sie sei sinnvoll für Strecken, die kürzer als 500 Kilometer seien und bis zu drei Stunden dauerten. Danach jedoch bevorzugten viele das Flugzeug als Verkehrsmittel. Dieses werde zu 86 Prozent für Verbindungen ab 500 Kilometer Länge genutzt.

ICE-Strecke reduziert Zahl der Flugpassagiere nicht

Ein Beispiel dafür, dass Passagiere bei diesen Streckenlängen (also ab 500 km) nicht mehr bereit sind, aufs Flugzeug zu verzichten, ist die Verbindung zwischen München und Berlin. Auf dieser Route hat die Bahn vor kurzem ihre neue Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet. Dennoch hat dadurch keine Verlagerung vom Himmel auf die Schiene stattgefunden, betont der BDL: Im Gegenteil wuchs in den letzten Jahren sogar die Zahl der Flugpassagiere zwischen München und Berlin.

Die Bahn verkehrt zwar ebenfalls erfolgreich zwischen den beiden Städten – bei den Fahrgästen handelt es sich aber größtenteils um frühere Autofahrer.

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