In Turbulenzen

London greift Flybe unter die Arme

Erneut droht der Regional-Fluggesellschaft Flybe der Kollaps. Erst im vergangenen Jahr wurde sie vor der Pleite gerettet, indem ein privates Konsortium sie aufgekauft hat.

Premier Boris Johnson sagte der BBC, es sei zwar nicht Aufgabe der Regierung, Unternehmen zu retten, die in Schwierigkeiten geraten seien: So lehnte er es beispielsweise ab, Thomas Cook vor der Pleite zu bewahren. Flybe sei jedoch wichtig für eine gute Verkehrsanbindung Großbritanniens. Daher hat sich die Regierung nun für finanzielle Hilfen entschieden.

Hintergrund dieser Entscheidung ist wohl auch, dass Boris Johnson bei seiner Wahl viele Stimmen dort bekommen hatte, wo Flybe fliegt. Sein Versprechen war es, diese Gegenden besser an London anzubinden. Sollte Flybe nun aufgeben müssen, würden die Verbindungen in die Hauptstadt sowie in andere Städte Englands und Europas noch schlechter werden.

Die britische Regierung will nun in einem Plan festlegen, wie Flybe ihre Steuerschuld von etwa 117 Mio. Euro "verträglich" abzahlen kann. Zudem wollen die Inhaber weiteres Geld investieren. Flybe beschäftigt rund 2400 Menschen.

Konkurrent British Airways hat indes gegen die Entscheidung Johnsons protestiert. Die Besitzer von Flybe – Virgin Atlantic und damit indirekt Delta Air Lines – gehörten zu den profitabelsten Airlines. Doch der Staat lasse für deren Missmanagement nun die Steuerzahler blechen.

Flybe fliegt 71 Ziele in Großbritannien und außerhalb des Landes an, darunter auch mehrere Flughäfen in Deutschland. Die in Exeter sitzende Airline mit rund 70 Maschinen war im vorigen Jahr von einem Konsortium um Virgin Atlantic übernommen und damit vor der Pleite gerettet werden. Geplant ist, die Fluggesellschaft umzubennen.
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