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Luftfahrt ist pessimistisch bei Geschäftsreisen

IATA-Chef-Ökonom Brian Pearce
Andreas W. Schulz
IATA-Chef-Ökonom Brian Pearce

Iata-Chef-Ökonom Brian Pearce hält keine ermutigenden Perspektiven bereit und verschiebt die Erholung der Branche sogar um ein weiteres Jahr – nunmehr auf 2024.

Die Gründe sind vielfältig, doch primär sind sie mit der noch immer zunehmenden Ausbreitung der Corona-Pandemie in wichtigen Märkten wie den USA, Europa und China verbunden.

Die Abschottung der Länder, gerade auf den für die Fluggesellschaften wichtigen und bisher lukrativen Transatlantik-Strecken sei für viele Anbieter mittlerweile sogar existenzbedrohend. Pearce sieht gerade im wichtigen Segment der Geschäftsreisenden keine Erholung, da viele Unternehmen einen sehr restriktiven Kurs bei Dienstreisen fahren und weitere Sparmaßnahmen angekündigt haben.

Zunehmend fürchtet er auch einen Verlust an Geschäftsreisen durch Absorption von Webkonferenzen und anderen verstärkt eingesetzten Kommunikationstechniken. Auch wenn erste Anzeichen und Prognosen auf eine Erholung des GDP (Bruttoinlandsprodukt) in Märkten wie Deutschland Hoffnung erwecken, seien die vor Covid-19 engen Wachstumsbeziehungen von Luftverkehr und Wirtschaft nicht mehr gegeben. Es werde nicht automatisch wieder mehr geflogen, wenn sich die Konjunktur erhole.

Hinzu kommt für die Branche, dass die Auslastung der wenigen eingesetzten Flugzeuge zum Beispiel in Europa bei mageren durchschnittlichen 55 Prozent liegt (2019 betrug die durchschnittliche Auslastung 87,4 Prozent). Gleichzeitig ist die Gewinnschwelle, der sogenannte Break Even, weiter nach oben verschoben worden. Grund sei die Kostenkurve, die bedingt durch einen sehr hohen Fixkostenanteil weiter angestiegen sei. Die günstigen Rohölpreise brächten da leider nichts. Derzeit werde Geld verbrannt, wie Pearce es ausdrückt.

Nur einige große Binnenmärkte wie China oder die USA zeigten ermutigende Zahlen. Der internationale Langstreckenverkehr kommt aber weiterhin nicht auf die wirtschaftlich notwendige Reiseflughöhe.

Leidglich der Luftfrachtmarkt zeigt weiterhin allgemein erfreuliche Tendenzen, mit steigenden Frachtraten. Das bringt aber leider nicht die Geschäftsreisenden zurück, hilft aber immerhin Fluggesellschaften wie Lufthansa, den gesamten Kostendruck etwas abzufedern.
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