Gibraltar

London schickt Kriegsschiffe los

Im Streit zwischen Madrid und London um die britische Kolonie verschärfen sich die Töne. Gibraltar vergleicht Spanien mit Nordkorea.

Als Argentinien die Falkland-Inseln besetzt hatte, war die britische Reaktion massiv: London schickte seine Kriegsmarine los und eroberte die Mini-Insel zurück. Mehr als 1000 Menschen starben.

Nun reagiert London auf die harten Töne aus Spanien im Streit um die britische Kolonie Gibraltar im Süden der Iberischen Halbinsel. England entsendet mehrere Kriegsschiffe in die Region – angeblich zu einem Routine-Manöver. Spanien ist in Aufregung.

Die Fregatte HMS Westminster lief am Dienstag aus und soll in etwa einer Woche die Enklave erreichen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Weitere drei Schiffe verließen schon am Montag britische Häfen in Richtung Mittelmeer.

Das Verteidigungsministerium in London sprach von einer lange geplanten Routine-Übung. Spanische Medien werteten den Plan, die HMS Westminster Gibraltar anlaufen zu lassen, jedoch als einschüchternde Maßnahme.

Großbritannien und Spanien streiten seit Wochen um die britische Enklave. Spanien wirft Gibraltar vor, in dortigen Gewässern Betonblöcke mit Metallstacheln versenkt zu haben, um ein künstliches Riff zu schaffen. Dieses behindere die Arbeit spanischer Fischer. Die spanischen Behörden reagierten mit verstärkten Kontrollen an der Grenze, die für stundenlange Verzögerungen bei der Abfertigung sorgten. Die britische Regierung prüft nun rechtliche Schritte gegen Spanien.

Auch Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo warf Spanien eine aggressive Politik vor. Drohungen wie die, den Luftraum für Maschinen in Richtung Gibraltar zu sperren, würden ihn mehr an Aussagen von Nordkorea erinnern als an die eines EU-Partners.

Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien. Spanien erkennt die britische Herrschaft über den Felsen jedoch nicht an und fordert die Herausgabe des 6,8 Quadratkilometer großen Territoriums.

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