Geschäftsreisende unterwegs

In einem Drittel der Zeit wird gearbeitet

Zwei Drittel privat, ein Drittel Dienst: So verbringen Durchschnittsgeschäftsreisende die Anfahrt zum Termin.
Deutsche Bahn AG/Ralf Braum
Zwei Drittel privat, ein Drittel Dienst: So verbringen Durchschnittsgeschäftsreisende die Anfahrt zum Termin.

An- und Abreise sowie den Hotelaufenthalt nutzen etliche Business Traveller, um beruflich aktiv zu werden. Blauäugig sind sie dem DRV zufolge allerdings, was den Schutz ihrer Daten angeht.

Geschäftsreisende nutzen während der An- und Abreise sowie im Hotel ein Drittel ihrer Zeit für die Arbeit. Für jeden Zweiten sind zudem gute Arbeitsbedingungen wie etwa stabiles Internet und ein vernünftiger Arbeitsplatz wichtig, um unterwegs produktiv zu sein – für 57 Prozent der Mitarbeiter zwischen 18 und 34 Jahren spielt hierbei auch die Ausstattung mit Technologien wie Reise-Apps und Laptops eine große Rolle. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage Chefsache Business Travel 2018 des DRV.

Technische Ausstattung ist wesentlich

Der Tapetenwechsel helfe vielen Geschäftsreisenden dabei, produktiv zu sein: Ein Drittel ihrer Zeit nutzen sie während der An- und Abreise für die Arbeit. Im Hotel verwenden sie außerhalb der Schlafenszeiten sogar 35 Prozent ihrer Zeit für berufliche Tätigkeiten. Im Zug machen Zonen mit gutem Handyempfang das kurze geschäftliche Telefonat leicht, und im Flugzeug kann die Präsentation noch schnell durchgesehen werden. Mit der nötigen technischen Ausstattung fühlt sich fast die Hälfte der Dienstreisenden hier besonders effizient.

Gerade die Jüngeren glauben daran, dass gute Arbeitsbedingungen zu mehr produktiver Zeit führen: Sie schätzen, dass sie 43 Prozent ihrer Zeit in Zug oder Flugzeug nutzen könnten, im Hotel immerhin 40 Prozent. Die 35 bis 45-Jährigen können nach eigenen Angaben nur 34 Prozent ihrer Fahrtzeit und 35 Prozent ihrer Zeit im Hotel produktiv verwenden, wenn die (technischen) Rahmenbedingungen stimmen.

Vorsicht: Konkurrenz und Kriminelle lesen mit

„Bei aller Produktivität ist Vorsicht vor Datenklau und Spionage geboten. Viele Geschäftsreisende sind potenzielle Geheimnisträger, plaudern jedoch am Telefon im Großraumabteil unüberlegt brisante Informationen für die Konkurrenz aus oder lassen E-Mails mitlesen, die für Kriminelle unter Umständen von großem Interesse sind“, sagt Christoph Zilt, General Manager bei First Business Travel. „Mitarbeiter sollten sich vor Reisen über die notwendigen Maßnahmen zum Datenschutz informieren.“ Hilfreich seien beispielsweise spezielle Blickschutzfolien für Laptops, die Fremden die Einsicht erschweren.

Vor allem aber sei es wichtig, eine sichere Internetverbindung zu wählen. Das gilt nicht nur auf der Reise, sondern auch beim Umsteigen, auf der Messe oder im Hotel. Teilweise kostenlose Hotspots im öffentlichen Raum bergen Risiken. Offene Hotspots sind oft nur recht einfach verschlüsselt und Spezialisten können so an berufliche und private Daten sowie Passwörter gelangen. „Einen Zugang für sichere und gekennzeichnete Hotspots zu kaufen, lohnt sich. Wer dennoch im offenen Hotspot surft, sollte in dieser Zeit keine Passwörter eingeben“, rät Zilt. „Ratsam ist zudem, die Bluetooth-Schnittstelle zu deaktivieren.“

Arbeitsbedingungen im Hotel ideal

Immerhin jeder Dritte (33 Prozent) glaubt, dass die Auswahl spezieller Businesshotels mit optimalen Arbeitsbedingungen seine Produktivität stark erhöht. Geschäftsführer und Mitarbeiter, die häufiger auf Reisen sind, bewerten diesen Punkt stärker. Denn immerhin 35 Prozent der Zeit im Hotel – außerhalb der Schlafenszeit – wird für die Arbeit genutzt. Hier in der Unterkunft sind die Arbeitsbedingungen bereits nah am Idealzustand und lassen sich nach Einschätzung der Befragten auch mit besserer Technik nur noch um einen Prozentpunkt steigern – anders als während der Fahrtzeit. „Das gilt natürlich nur dann, wenn das richtige Hotel ausgewählt wird“, so Zilt.

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