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Hoher Ölpreis macht Fliegen mit Lufthansa teurer

Die steigenden Treibstoffkosten schlagen auch auf die Lufthansa-Bilanz durch. CEO Carsten Spohr will dies 2019 durch Anhebung der Ticketpreise zumindest teilweise wieder ausgleichen.
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Die steigenden Treibstoffkosten schlagen auch auf die Lufthansa-Bilanz durch. CEO Carsten Spohr will dies 2019 durch Anhebung der Ticketpreise zumindest teilweise wieder ausgleichen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht für das kommende Jahr von steigenden Ticketpreisen aus. Grund dafür sind insbesondere die stark gestiegenen Treibstoffkosten. Zugleich will die Fluggesellschaften ihre Wachstumspläne abschwächen: Am Himmel ist es inzwischen zu eng.

Das spüren nicht nur die Autofahrer an den Tankstellen, sondern auch die Fluggesellschaften: Innerhalb eines Jahres hat sich der Ölpreis glatt verdoppelt. Allein bei der Lufthansa sind die Treibstoffkosten in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 536 Mio. Euro gestiegen. Im dritten Quartal 2018 verzeichnete die Airline-Gruppe hier im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Ausgabenanstieg von 23 Prozent – trotz größtenteils abgesicherter Treibstoffmengen.

Für 2019 rechnet die Lufthansa dann noch einmal mit 900 Mio. Euro höheren Ausgaben für Kerosin – bei Gesamtausgaben in diesem Bereich von zuletzt etwa sechs Milliarden Euro. Noch höhere Kosten soll die Absicherung („Hedging“) von 60 Prozent des benötigten Kerosins verhindern. Zumindest einen Teil der Mehrkosten will Spohr durch höhere Flugpreise auffangen. Wie viel tiefer die Lufthansa-Kunden dabei voraussichtlich in die Tasche greifen müssen, verriet der oberste Lufthanseat allerdings nicht.

Zugleich will die Lufthana ihre Expansionspläne ab schwächen. Derzeit ist das Wachstum im Flugverkehr immens. Allein in Europa hat sich die Anzahl der Flüge zwischen 2008 und 2017 mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Passagiere hat zugleich von 250 auf 780 Millionen zugelegt. Ein Ende dieser Entwicklung ist dabei laut Spohr nicht in Sicht.

Flughäfen und Flugsicherung sind überfordert

Das Problem: Die Infrastruktur von der Flugsicherung bis zu den Airports, aber auch die Airlines selbst, sind auf diesen Zuwachs nicht eingestellt. Verspätungen und Flugausfälle sind die Folge, wie in diesem Sommer gut zu beobachten war. Allein bei der Lufthansa sind dieses Jahr bislang rund 18.000 Flüge ausgefallen, gut 60 pro Tag.

„Es darf kein unkontrolliertes Wachstum mehr geben“, sagte Spohr. Ändere sich nichts und wiederhole sich das Flugchaos im nächsten Sommer, befürchtet er die Abwanderung von Passagieren und auch Fluggesellschaften.

„Nur“ acht Prozent Wachtum angestrebt

Als Reaktion will Lufthansa nun selbst bei der Expansion auf die Bremse treten. In der Wintersaison 2018/19 baut die Airline-Gruppe ihre Kapazitäten um etwa acht Prozent aus, während der Markt insgesamt um zehn Prozent zulege, wie Spohr erläuterte. Zum nächsten Sommer beträgt das Wachstum der LH-Gruppe dann nur noch 3,8 Prozent. (TOP/MAJ)

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