Geschäftsreisen

EU-Rat einigt sich nicht auf A1-Abschaffung

Die EU-Kommission will die A1-Pflicht abschaffen, der EU-Rat muss erst noch eine gemeinsame Linie finden.
EC
Die EU-Kommission will die A1-Pflicht abschaffen, der EU-Rat muss erst noch eine gemeinsame Linie finden.

Über die von der EU-Kommission beschlossene Abschaffung der A1-Pflicht gab es im EU-Rat unterschiedliche Auffassungen. Das Thema wurde daher vertagt.

Wie auf bizTravel.de bereits berichtet, will die Europäische Union die Pflicht zur A1-Bescheinigung bei Geschäftsreisen wieder abschaffen. Ein entsprechender Beschluss der EU-Kommission – also der von den 28 nationalen Regierungen nominierten und vom Parlament bestätigten Vertreter – war kürzlich veröffentlicht worden. Zustimmen müssen aber noch das EU-Parlament sowie der EU-Rat. Letzterer besteht in der Regel aus den jeweils für das Thema zuständigen Ministern der einzelnen Mitgliedstaaten.

Die für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit zuständige Ratsformation konnte sich auf ihrer jüngsten Sitzung nicht auf eine Abschaffung der A1-Bescheinigung einigen. Das teilte der Sprecherdienst des Rates mit.

Damit liegt der Ball nun beim Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Rumänien innehat. Im zweiten Halbjahr 2019 ist Finnland an der Reihe. Die Präsidentschaft muss sich mit den Institutionen der EU über das weitere Vorgehen in dieser Frage verständigen. Ein Zeitplan liege noch nicht vor, heißt es. Der Rat tritt in der Regel zwei Mal innerhalb eines Halbjahres zusammen.

Mit dem A1-Formular wollen die Mitgliedstaaten überprüfen, ob entsandte Arbeitnehmer tatsächlich unter das Sozialversicherungssystem ihres Herkunftslandes fallen. Falls nicht, würden sie möglicherweise Sozialbetrug oder Missbrauch begehen. Grundsätzlich ist A1 ein Instrument, das bei Entsendungen eingesetzt wird. Manche Staaten legen es jedoch enger aus und fordern die Bescheinigung auch für Geschäftsreisen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Andreas W. Schulz
    Erstellt 3. April 2019 14:24 | Permanent-Link

    Es lebe die EU-Bürokratie!

  2. Georg Schambil
    Erstellt 25. April 2019 17:25 | Permanent-Link

    Ist irgendjemandem, der das befürwortet klar, welchen Verdruss und Kosten diese Forderung mit sich bringt? Wofür brauchen wir die EU, wenn solch einfachen Dinge nicht praktikabel umgesetzt werden können? Für einen Dauerausweis, den man braucht, wenn man ab und zu im europäischen! Ausland unterwegs ist hätte ich ja noch Verständnis. Was soll ich meinen Kollegen in Frankreich oder Luxenburg denn sagen, wenn die mich wegen eines akuten Problems möglichst schnell sehen wollen? Das ist die Rückkehr ins Mittelalter, da hilft auch moderne IT nicht, wenn Sie denn funktionieren sollte und die Daten sicher sind. Das Ganze hat ein Geschmäckle von Burokratie und Schnüffelei.

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