Flughafen Helsinki

Mit dem Roboter auf 5G-Werbefeldzug

Katja Siberg und Joni Sundelin von Finavia
Andreas W. Schulz
Katja Siberg und Joni Sundelin von Finavia

Mit ihren 96 Jahren ist Finnair seit nunmehr 80 Jahren aktiv auf dem deutschen Markt und baut ihr Geschäft weiter aus. Das Umsteigen über das Drehkreuz Helsinki, besonders nach Fernost, aber auch die USA, soll dafür sorgen.

Gerade hat Finnair-Chef Jan Pellinen, verantwortlich für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Slowenien, den siebten Flughafen in Deutschland Hannover in sein Streckennetz aufgenommen. Vom 1. Juni an soll täglich ein Regionaljet vom Typ Embraer 190 nach Helsinki starten und mit bequemen Übergangszeiten von zwei bis drei Stunden zu vielen Zielen in Asien aber auch in die USA, wie Los Angeles, Geschäftsreisende und Privatreisende ansprechen.

"Wir haben mehr als zehn Jahre daran gearbeitet, Finnair nach Hannover zu holen und hoffen nun auf eine starke Resonanz in der Wirtschaft", gibt sich Hannovers Flughafenchef Raoul Hille zuversichtlich. "Dabei werden ungefähr 60 Prozent der Passagiere Transfer-Fluggäste sein", schätzt Pellinen. "Finnair unterstützt diese neue Verbindung mit speziellen Incentives für Geschäftsreisende, zum Beispiel für Mitglieder der Finnisch-Deutschen Handelsgild", sagt das Vorstandsmitglied der Gilde, Ulrich M. Petersen.

Für Pellinen ist das Drehkreuz Helsinki ein gutes Argument, "mit seinen bald zwanzig Verbindungen in Asien, fünf allein davon in Japan, den schnellsten Verbindungen nach Fernost, bedingt durch die geografische Lage und nur 35 Minuten Minimum-Umsteigezeit", mehr Reisende aus Deutschland zu holen. Pellinen arbeitet auch daran, ein weiteres Ziel in Deutschland an das Drehkreuz Helsinki zu führen.

Dabei stehen das stressfreie Umsteigen und die sogenannte „Passenger Experience“ ganz oben auf der Liste, die der Partner Finavia, die staatliche finnische Flughafengesellschaft, zu der neben dem Flaggschiff Helsinki noch 20 weitere finnische Airports gehören, sich auf die Fahne geschrieben hat. Finavia, noch ein Jahr älter als Finnair, setzt hierbei voll auf das einfache und schnelle Umsteigen. Der Flughafen will mit einer Investition von einer Milliarde Euro bis 2020/21 seine Terminalfläche fast verdoppeln.

Für Joni Sundelin, Senior Vice President von Finavia und Executive Director des Airports Helsinki, sind dann auch alle Prozesse, die für einen reibungslosen Ablauf beim Transfer im Terminal sorgen, entscheidend, „um die 35 Minuten Umsteigezeit garantieren zu können. Manchmal zu Spitzenzeiten keine einfache und eine herausfordernde Aufgabe". So sollen neue Körperscanner helfenn die Kontrollen im Terminal 2 zu beschleunigen. "Bisher haben wir 130 bis 150 Fluggäste pro Sunde und Reihe geschafft, mit den neuen Scannern schaffen wir jetzt 280 bis 330 Fluggäste. Wir haben 10 Reihen zur Verfügung – aber die brauchen wir dann selbst zu Spitzenzeiten nicht alle einzusetzen", sagt Sundelin.

Zudem ist ein permanentes Monitoring der Passagierströme Garant für ein schnelles Eingreifen und eventuelles Aufstocken von Kapazitäten. Auch wird schon Ende Juni durch die Umbauarbeiten im Terminal 2 die Grenzkontrolle räumlich wesentlich großzügiger werden. Auch für Katja Siberg, Senior Vice President für Marketing und Communication bei Finavia, ist es wichtig, dass "Digitalisierung wirklich dort eingesetzt wird, wo die Passagiere auch einen echten Nutzen erhalten. Wie etwa bei unserer App, die zum Beispiel Vielfliegern Informationen gibt, wie lang sie bei der Sicherheit warten müssen und wann sie sich auf den Weg machen sollten."

Der jüngste Clou ist die Einführung der 5G 28 GHz-Hochfrequenzband-Technologie, ein Gemeinschaftsprojekt von Finavia und dem finnischen Kommunikationsriesen Telia. Erstmals wird hier auf einem Flughafen in einem Pilotprojekt diese Technik  mit Hilfe eines kleinen Roboters im Terminal 2 (Non-Schengen) eingesetzt, um die Kommunikation und den Datenstrom effizienter und schneller zu gestalten.

"Wir sind hier noch in einer Lernphase mit der 5G-Technologie und der kleine Roboter Telio wird von manchen noch als ein netter Marketing-Gag gesehen – aber wir erhoffen uns in einigen Monaten wertvolle Erkenntnisse, wie wir diese neue Technologie sinnvoll für das Terminal-Management und die Kundenerfahrung einsetzen können", geben sich Siberg und Sundelin hoffnungsvoll. Finavia und der Flughafen Helsinki verstehen sich als Pioniere für Digitalisierung und neue Technologien. In einigen Monaten kann „Telio“ dazu vielleicht einiges beitragen.

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