Flugbetrieb eingestellt

Berliner Airline Germania ist am Ende

Der deutsche Flugbetrieb von Germania endete in der Nacht auf den heutigen 5. Februar.
Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Der deutsche Flugbetrieb von Germania endete in der Nacht auf den heutigen 5. Februar.

Die Krise am Himmel nimmt kein Ende. Nach Air Berlin (2017) und Small Planet (2018) geht mit Germania nun eine weitere deutsche Fluggesellschaft pleite. Der Flugbetrieb wurde per sofort eingestellt.

Schlechte Nachricht für Geschäftsreisende, die einen Germania-Flug gebucht haben: Die Berliner Fluggesellschaft hat Insolvenz beantragt und ihren Flugbetrieb umgehend eingestellt. Wie das Unternehmen um 1.45 Uhr in der Frühe mitteilte, sind die Germania Fluggesellschaft GmbH und ihr Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH, sowie die Germania Flugdienste GmbH betroffen. Der Geschäftsbetrieb der Schweizer Germania Flug AG und der Bulgarian Eagle geht dagegen weiter.

Geschäftsführer Karsten Balke begründete den Schritt damit, dass es nicht gelungen sei, Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. „Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantrag-Stellung blieb“, erklärte Balke per Mitteilung. Er bedauerte die Auswirkungen des Schrittes für die Mitarbeiter, die ihr Bestes für einen zuverlässigen Flugbetrieb gegeben hätten, auch in den zuletzt angespannten Wochen. Die betroffenen Fluggäste bat Balke um Entschuldigung.

Anfang Januar waren die finanziellen Schwierigkeiten bei Germania bekannt geworden. Der Flugbetrieb ging jedoch zunächst planmäßig weiter. Zwischenzeitlich hatte das Unternehmen von erfolgreichen Finanzierungsverhandlungen gesprochen. Ende Januar wurde jedoch bekannt, dass es bei der Auszahlung der Januar-Gehälter an die Mitarbeiter Verzögerungen gibt.

Noch am Montag hatte es einen Bericht über eine Investorengruppe aus Nordrhein-Westfalen gegeben, der hoffen ließ. Die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ berichtete unter Verweis auf eigene Informationen, dass eine Gruppe unter der Koordination von ehemaligen Airline-Managern helfen wolle und kurzfristig einen zweistelligen Millionenbetrag bereitgestellt werden solle. Zu der Gruppe soll auch der frühere Air-Berlin-Chef Joachim Hunold gehören.

Die von Hinrich Bischoff gegründete Germania hat eine mehr als 30-jährige Firmengeschichte. Sie entstand 1986, seit 2009 ist Berlin der Firmensitz. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline noch im Jahr 2018 mehr als vier Millionen Passagiere zu mehr als 60 Zielen innerhalb Europas, nach Nordafrika sowie in den Nahen und Mittleren Osten. Zusammen mit der Schweizer Germania Flugbetrieb AG und der Bulgarian Eagle betrieb Germania zuletzt 37 Flugzeuge.

Erst Ende Oktober 2017 hatte die damals zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ihre Flugbetrieb eingestellt, rund 8000 Mitarbeiter waren betroffen. Im Herbst 2018 ging die Charterfluggesellschaft Small Planet Airlines mit Sitz in Berlin in die Insolvenz. (LS/dpa)

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