Firmenförderung der Airlines

Automatisch sparen auf Geschäftsreise

Die meisten Airlines bieten Bonusprogramme, die sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen richtet. BizTravel gibt einen Überblick.

Sparen – ganz automatisch

Geld sparen mit relativ einfachen Methoden? Gern verweist die Hamburgerin auf die so genannten Firmenförderprogramme der Fluggesellschaften. Die meisten Airlines bieten ein solches Konzept an, das sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen richtet. An jene Firmen also, die keine Route häufiger als rund 20-mal pro Jahr fliegen. Und für die es sich daher nicht lohnt, eigene Nettoraten mit den Airlines auszuhandeln. Mit den Förderprogrammen geschieht Sparen automatisch: Wer sich registriert, der vergrößert sein Punktekonto.

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Jetzt als PDF downloaden: Förderprogramme für den Mittelstand (Auswahl)

„Viele Fluggesellschaften haben ihr Herz für den Mittelstand entdeckt“, betont Andreas W. Schulz von Consultant Aviation & Tourism. „Bevor man an einer solchen Firmenförderung teilnimmt, sollte man aber genau abwägen, ob sich das Volumen einer Strecke nicht doch auf eine Airline bündeln lässt. Dann wären verhandelte Nettoraten sicher der günstigere Weg.“ Das gilt vor allem, wenn das Unternehmen auf größtmögliche Flexibilität angewiesen ist, wenn also Flüge kurzfristig gebucht oder häufiger umgebucht werden. Individuell vereinbarte Konditionen dürften dann – besonders bei Fernflügen – kurzfristige tagesaktuelle Angebote schlagen.

„Schon im Vorfeld von Projekten, zu denen Firmenreisende fliegen müssen, sollten Travel Manager daran denken“, rät Schulz. Wer all diese Voraussetzungen nicht erfüllt, der aber ist mit den Standard-Rabattprogrammen – der Firmenförderung – gut bedient. Die Angebote tragen Namen wie Partner Plus Benefit (Lufthansa und Star-Alliance-Partner), Businessflyer (Oneworld), Voyager Rewards (Air France) oder Corporate Plus (SAS). Das Prinzip ähnelt sich: Genau wie bei den privaten Vielflieger-Programmen à la Miles & More gibt’s für jeden Flug mit der betreffenden Airline Sammel punkte. Die aber werden der Firma gutgeschrieben – und nicht dem Einzelreisenden. Ist eine bestimmte Punktezahl zusammengekommen, kann man sie gegen Freiflüge, Upgrades in höhere Ticketklassen oder Gutscheine für Übergepäck eintauschen. Jörg Martin, Chef von CTC Corporate Travel Consulting, bilanziert das Einsparpotenzial auf über 20 Prozent.

3 Fragen an ...

Andreas W. Schulz, Flugberater bei CAT

Rentieren sich die Firmenförderprogramme? Wenn die Teilnahme kostenlos ist und kein Mindestumsatz gefordert wird, macht man nichts falsch, wenn man sich registriert. Man sammelt Punkte und bekommt dafür Freiflüge oder Upgrades. Dennoch sollte man sich dadurch nicht zu einem lässigeren Umgang im Travel Management verleiten lassen.

Das bedeutet im Klartext? Unbedingt weiter versuchen, das Flugvolumen zu bündeln und auf bestimmte Airlines zu steuern. Denn so erreicht man möglicherweise die kritische Masse für Ratenverhandlungen. Und verhandelte Nettopreise sind sicher noch lukrativer, als es die Teilnahme an Firmenprogrammen ist.

Dürfen die Reisenden denn auch selbst Meilen sammeln, wenn ihre Firma sich für ein Programm registriert? In aller Regel ja. Aber auch hier gilt es, in den Reiserichtlinien klar zu definieren, ob diese privaten Meilen der Firma gehören, oder ob der Reisende sie selbst nutzen darf.

Gutes Punktemanagement

Bedingung: Das Punktekonto wird fachmännisch verwaltet. Bei Weinmann kümmert sich Doris Gellersen darum. Sie steuert mittels einer „Kaufpreisgrenze“, wie sie es nennt. „Ist das Konto gut gefüllt, dann können unsere Travel Arranger die Punkte auch für Freiflüge einsetzen, die normalerweise wenig kosten“, erklärt die junge Hamburgerin. „Haben wir hingegen wenig gesammelt, dann sind nur Flüge mit hohen Ticketpreisen erlaubt. So rentieren sich die Punkte.“

Die jeweiligen Vergleichspreise erfährt sie aus ihrem Reisebüro oder dem Internet. Und: Ihre Bilanz kann sich sehen lassen. „Wir erzielen dadurch jedes Jahr Einsparungen im fünfstelligen Eurobereich“, berichtet sie. Auch aus anderen Gründen tut Management Not. So verfallen die Punkte bei Partner Plus Benefit nach drei Jahren. Für Doris Gellersen allerdings war nur in der Anfangsphase „ständiges Monitoring Pflicht“, so die Hamburgerin. „Heute geben wir schneller aus, als wir sammeln können“, schmunzelt sie. Auch ist die Einlösung nur telefonisch möglich. „Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit“, lobt die Weinmann-Managerin. „Eine Buchbarkeit übers Internet als zusätzliche Option wäre dennoch schön.“

Mindestumsatz nicht nötig

Ihr Wunschzettel ist noch länger. „Steuern und Gebühren werden heute über die Kreditkarte abgerechnet“, sagt sie und schlägt vor, auch für diese Kosten wahlweise Punkte einzulösen. Als viel zu hoch wiederum erachtet sie den geforderten Einsatz für Übergepäckgutscheine. Und dass Upgrades für Langstrecken „quasi nie verfügbar“ sind, findet sie „nicht so gut“. Außer Partner Plus Benefit nutzt Weinmann die Förderprogramme von anderen Gesellschaften wie KLM (Blue Biz), die ähnlich wie das Star-Alliance-Produkt funktionieren. Vorteil: Die Registrierung ist kostenlos (im Internet), und ein Mindestumsatz wird nicht verlangt. Das gilt beispielsweise auch für OK Plus Corporate (Czech Airlines), On Business (British Airways), Voyager Rewards (Air France) oder das neue Business Rewards (Emirates).

Programme der Airlines sind vielfältig

Die Förderprogramme weiterer Airlines basieren auf zum Teil anderen Prinzipien. Germanwings etwa bietet Firmen den speziellen Corporate-Flex-Tarif. Wer ihn nutzen will, muss mindestens 15.000 Euro jährlich in Tickets des Billigfliegers investieren. Auch bei SAS Corporate Plus, das die nordische Linie SAS offeriert, erhält das Unternehmen statt Punkte ermäßigte Ticketpreise. Da SAS außer ihren Skandinavien auch viele Asien-Verbindungen in ihrem Routennetz hat, wird Corporate Plus gern von Firmen gewählt, die in Fernost tätig sind. Air Berlin wiederum gewährt jenen Betrieben Rabatte, die mindestens 50 One-Way-Flüge pro Jahr buchen. Für Achim Schmitz, Chef-Travel-Manager bei Adidas, ist das keine Hürde. Seit 2004 beteiligt sich der im fränkischen Herzogenaurach sitzende Sportriese am Air-Berlin-Modell. „Besonders bei stark ausgelasteten Flügen sind diese Preisreduzierungen für uns wertvoll“, sagt Schmitz. Übers European Travel Center, das Adidas gemeinsam mit CWT betreibt, kann er die Raten europaweit buchen.

Heimvorteil: Nürnberg, einer der wichtigsten Air-Berlin-Flughäfen, liegt in der Nähe des Adidas-Hauptquartiers. 700 Unternehmen haben sich bei der Gesellschaft bislang registriert. Etwa 1000 Firmen nehmen am TUIfly-Corporate-Programm teil. Wer einen Mindestumsatz von 10.000 Euro gewährleistet, kommt bei den Hannoveranern in den Genuss verbilligter flexibler Raten, kostenloser Reservierung und Gratiszugtickets. Wie bei Air Berlin oder Germanwings sind bei TUIfly Umbuchungen kostenlos. Mehrere Airlines setzen auf Partner Plus Benefit. Außer bei Lufthansa können Firmen ihre Punkte bei Air Canada, Austrian, Swiss, Singapore Airlines, Spanair, LOT, ANA, TAP und United sammeln und einlösen. Gleich für eine komplette Luftfahrtallianz gilt Businessflyer, das Konzept von Oneworld. Die zehn Oneworld-Fluggesellschaften gewähren auf ihrer Businessflyer-Website bis zu 50 Prozent Rabatt.

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