EU-Kommission

Hoffnungsschimmer für den Single European Sky

Thomas Reynaert, A4E
Andreas W. Schulz
Thomas Reynaert, A4E

Noch sorgen 37 fragmentierte Luftverkehrkontrollzentren dafür, dass Fliegen in Euro ineffizient ist und viel CO2 produziert. Das soll sich nun endlich ändern.

Auf ihrer ersten Arbeitssitzung der neuen EU-Kommission haben sich die EU-Transport- und Verkehrsminister gerade unter Leitung der neuen Kommissarin für Transport und Verkehr, Adina-Ioana Valean, zumindest darauf geeinigt, die anhaltende Blockade des Single European Sky seit 2013 (Gibraltar-Frage) neu anzugehen.

Allein das ist schon eine Nachricht wert, die den "Airlines for Europe"- (A4E) Lobbyverband in Brüssel aufhorchen lässt. "Wir begrüßen den Beschluss der Kommission, zum Thema der Single European Skies Regulierung voranzukommen", gab sich A4E-Geschäftsführer Thomas Reynaert verhalten optimistisch.

Zur Erinnerung: Das Thema SES ist in der Branche ein jahrzehntelanger Dauerbrenner, endlich die 37 fragmentierten europäischen Luftverkehrskontrollzonen zu vereinheitlichen, um damit schneller, effizienter und umweltfreundlicher die Lufträume für die Verkehrsluftfahrt nutzen zu können. Führende Airline-Manager wie Carsten Spohr von Lufthansa oder Willie Walsh von IAG (International Airlines Group) schätzen eine Ersparnis von rund zehn Prozent an vermeidbaren CO2-Emissionen ein (BizTravel berichtete).

Gerade Geschäftsreisende, die unmittelbar von den vielen Flugverspätungen über Europa immer wieder betroffen sind, werden diese Bewegung der Kommission begrüßen. Aber auch Reynaert ist sich bewusst, dass der Weg noch sehr lang sein wird, alle Verkehrsminister zu einem einheitlichen SES Statement zu bewegen: "Wir werden mit den EU Institutionen zusammenarbeiten, um die neuen SES Regularien fließend anzupassen, damit sie bis 2024 greifen können."

Die große Hürde liegt nach wie vor jedoch bei den nationalen Kontrollstrukturen, die ungern einer übergeordneten Instanz übertragen werden wollen. So argumentieren einige Minister, dass ein System (SES) nicht überall passen würde und man auf die lokalen/nationalen Bedürfnisse Rücksicht nehmen müsse.

Hoffnung macht jedoch dem ADV, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, dass die neue Kommissionschefin Valean schon bei ihrer Anhörung besonderen Wert darauf gelegt hat, einen Ausgleich zwischen Verkehrspolitik und Klima- und Umweltschutz zu erreichen, ganz den Vorgaben der neuen EU-Präsidentin von der Leyen entsprechend. Denn: Wenn es endlich zu einem Durchbruch bei den SES-Verhandlungen kommen sollte, könnte die EU mit einem Schlag zehn Prozent weniger CO2-Emmissionen über Europa ausweisen. Ein Argument, das mittlerweile auch bei verantwortlichen Regierungen hoch im Kurs steht.
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