EU-Einreise

Grenze bleibt dicht für Russen und Amerikaner

Land der begrenzten Möglichkeiten: USA und Europa erlauben wohl auch weiterhin keine Einreisen.
New York Pass
Land der begrenzten Möglichkeiten: USA und Europa erlauben wohl auch weiterhin keine Einreisen.

Das trifft auch die Geschäftsreise: Menschen aus Staaten, in denen es besonders viele Corona-Fälle gibt, will die Europäische Union auch ab Juli noch nicht wieder einreisen lassen.

Die USA ist das bei der deutschen Wirtschaft am häufigsten frequentierteste Geschäftsreiseziel (vor Corona). Doch bis der Business-Travel-Verkehr wieder aufgenommen werden kann, dürften wohl noch einige Monate vergehen.

Zwar will die Europäische Union (EU) ihre Grenzen ab Juli für weitere Länder öffnen. Staaten jedoch, in denen das Coronavirus besonders stark wütet, dürften davon ausgenommen bleiben.

Die Botschafter der EU-Staaten beraten derzeit über Kriterien für jene Länder, aus  denen die Einreise in die EU ab Juli wieder erlaubt sein soll. Oberstes Kriterium soll die gesundheitliche Lage vor Ort sein.

Wie es aus EU-Kreisen hieß, soll die Infektionszahl pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen ein wichtiges Kriterium sein und einen bestimmten Wert nicht übersteigen dürfen. Dieser Wert könnte bei 16 Infektionen liegen, wie die New York
Times zuvor berichtet hatte und mehrere EU-Beamte bestätigten.

Dies ist derzeitiger EU-Durchschnitt. Auch über andere Kriterien wie einen stabilen oder rückläufigen Trend der Infektionen wurde demnach beraten.

Voraussetzung könnte zudem sein, dass auch die jeweiligen Staaten EU-Bürger wieder einreisen lassen. Zudem soll die Glaubwürdigkeit der vorgelegten Daten berücksichtigt werden. Vor allem an den offiziellen russischen Zahlen zweifeln die meisten Experten – Moskau wird hier Geheimhaltung und Schönfärberei vorgeworfen.

Mit Blick auf die Infektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen iegen die meisten EU-Staaten sowie viele Länder in Afrika einer Übersicht der EU-Gesundheitsbehörde ECDC von Dienstag zufolge unter 20. Gleiches gilt etwa für Kanada, Grönland, Australien, die Türkei und China.

Brasilien, Peru und Saudi-Arabien liegen demnach bei mehr als 120 Fällen, die USA, Russland und Südafrika zwischen 60 und 120.

Die deutsche Wirtschaft in Russland fordert von der EU hingegen eine Lockerung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbots für Russen. "Es ist an der Zeit, dass Deutschland und die Europäische Union nun auch die Visavergabe für russische Geschäftsleute wieder aufnehmen", sagte der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp.

Das gelte auch umgekehrt für Russland, dass deutsche und europäische Geschäftsreisende wieder einreisen könnten. "Ein freier Reiseverkehr unter Beachtung von Quarantäne und Covid-19 Tests wird zusätzlich helfen und wie ein zweites Konjunkturprogramm wirken", sagte Schepp.

In Russland kommen jeden Tag mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen hinzu. Mittlerweile gibt es mehr als 600.000 Fälle - so viele wie in keinem anderen Land Europas. Am Donnerstagmorgen landete ein zweiter Sonderflug der deutschen Wirtschaft in Moskau. Vor zwei Wochen gab es die erste Rückkehraktion für Geschäftsleute, die in Russland arbeiten.

Unter den Passagieren am Donnerstag seien Mitarbeiter des Autobauers Mercedes, des Softwareherstellers SAP und des Technologie-Konzerns Liebherr, teilte die AHK mit. Auch Journalisten und Kulturschaffende seien mit Genehmigung der russischen Behörden an Bord gewesen.


stats