Kaliningrad

Kostenfreies E-Visum für Königsberg

Nur rudimentär erinnert das heutige Königsberg an die einst stolze deutsche Stadt. Sie wurde fast komplett zerstört.
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Nur rudimentär erinnert das heutige Königsberg an die einst stolze deutsche Stadt. Sie wurde fast komplett zerstört.

Seit Juli 2019 werden für Besuche in der einstigen deutschen Stadt (heute Kaliningrad) keine regulären russischen Visa mehr benötigt. Es reichen online beantragte kostenlose Einreisegenehmigungen.

Schon seit 2017 können Bürger aus 18 Ländern – darunter allerdings nicht Deutschland – ein kostenloses E-Visum für die Einreise nach Wladiwostok im Fernen Osten Russlands erhalten. Seit 1. Juli 2019 nun gilt dies auch für die russische Enklave Kaliningrad zwischen Litauen und Polen.

Vor allem bei Deutschen ist die Region sehr beliebt: Königsberg war seit 1724 die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Im April 1945 wurde sie bei britischen Luftangriffen fast komplett vernichtet und fiel danach in die Hand der Roten Armee. Die Bevölkerung wurde vertrieben.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes handelt es sich bei dem kostenlosen E-Visum um ein Pilotprojekt. Kurzfristige Änderungen seitens der russischen Regierung könnten daher nicht ausgeschlossen werden. Die Online-Einreisegenehmigung gilt für geschäftliche und touristische Kurzaufenthalte von bis zu acht Tagen. Eine Weiterreise in andere Teile Russlands ist damit nicht möglich.

Das E-Visum führt nicht nur zu einem weitaus einfacheren Prozess als die sehr komplexe Beantragung eines regulären russischen Visums. Zudem sparen Reisende damit viel Geld: Für eine vierköpfige Familie etwa wurden bislang fast 400 Euro fällig.

Das E-Visum lässt sich frühestens 20 Tage und spätestens vier Tage vorher online beantragen. Benötigt werden darüberhinaus der Reisepass, der vom Ausreisedatum an noch mindestens sechs Monate gültig sein muss, sowie der Nachweis über eine Reisekrankenversicherung, die auch Reisen nach Russland abdeckt.



Nutzen können das E-Visum die Angehörigen von 53 Staaten, darunter Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Dänemark, Frankreich.

Die Einreise mit dem E-Visum ist über diese Grenzübergänge möglich:
Flug: Flughafen Kaliningrad
Auto: Grenzübergänge Bagrationovsk, Gusev, Mamonovo (Gzhekhotki). Mamonovo (Gronovo), Morskoye, Pogranichnyy, Sovetsk und Chernyshevskoye
Bahn: Grenzübergänge Mamonovo und Sovetsk
Schiff: Häfen Kaliningrad, Kaliningrad (Baltiysk) und Kaliningrad (Svetly)

Wer länger als acht Tage bleiben will, muss auch künftig das normale Russland-Visum beantragen.

Die Anreise nach Königsberg ist flugtechnisch nur noch mit Umsteigen möglich, Nonstop-Verbindungen gibt es nicht mehr. Möglich sind etwa Flüge mit der polnischen LOT über Warschau oder mit Air Baltic über Riga. Alternativ verkehren Fernbusse wie Ecolines oder Eurolines in die Stadt. Mit dem eigenen Auto muss man einmal quer durch Polen fahren.

Zum E-Visum:
http://electronic-visa.kdmid.ru/klgd_home.html



Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. M.L.Maier-Schutt
    Erstellt 20. Juli 2019 09:48 | Permanent-Link

    Finden wir ganz toll, Reisefreiheit nach Königsberg, wird sicher mal ein Urlaubsboomland , die Nehrung, die Ostsee, die ewigen Strände, viele junge aufgeschlossene Leute, und dank der Klimaerwärmung ein Mallorca an der Ostsee, danke Russland.

  2. Brigitte Kerouach
    Erstellt 5. August 2019 21:03 | Permanent-Link

    Darf man mit diesem E-Vosum von Polen kommend einreisen und dann nach Litauen weiterreisen?
    Oder muss der gleiche
    Grenzübergang zur Austeise genutzt werden?

  3. Torsten Hartmann
    Erstellt 12. August 2019 14:40 | Permanent-Link

    Es ist möglich über Polen einzureisen und nach Litauen auszureisen.
    Wir sind über die Kurische Nehrung eingereist und nach Braunsberg weiter gefahren Bei der Einreise 2h bei der Ausreise 3h Wartezeit.

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