Deutsche Zentrale für Tourismus

Geschäftsreise-Minus schadet Deutschland massiv

Auch Frankfurt profitiert massiv vom Geschäftsreise- und MICE-Tourismus. Beides bleibt derzeit aus.
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Auch Frankfurt profitiert massiv vom Geschäftsreise- und MICE-Tourismus. Beides bleibt derzeit aus.

Als international führendes Geschäftsreiseziel sei Deutschland von den Einschnitten durch die Corona-Krise mehr betroffen als andere, so die DZT. Business Travel werde sich grundlegend neu strukturieren.

Dies habe "erhebliche Folgen auch für das Reiseland Deutschland". Zu dem Schluss kommt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) aufgrund der Auswertung internationaler Studien von Tourism Economics und IPK International.

"Mit unserer Bedeutung als führender Wirtschaftsstandort in Europa sowie einer bedarfsgerechten Infrastruktur konnten wir Deutschland bis 2019 auf dem internationalen Geschäftsreisemarkt hervorragend positionieren", sagt Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT. "Durch die überproportional hohen Marktanteile trifft der Stillstand durch Lockdown und weltweite Wirtschaftskrise deutsche Anbieter besonders hart."


Hedorfer gehe dennoch von einer "signifikante Wiederbelebung" des Geschäftsreise-Segments aus. Wegen der von vielen Unternehmen durchgesetzten Kosteneinsparungen nach Corona sei die künftige Entwicklung jedoch unsicher.


Eine von der DZT beauftragte Analyse von Tourism Economics kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Geschäftsreisemarkt deutlich langsamer erholt als Freizeitreisen. Während das Niveau des Jahres 2019 bei den Deutschlandurlaubern bis 2023 um sechs Prozent übertroffen wird, erreicht das Segment Geschäftsreisen 2023 voraussichtlich nur 75 Prozent des Vorkrisenniveaus.

MICE bildet größten Anteil

Rund 7,5 Mio. Geschäftsreisen aus Europa nach Deutschland ermittelte IPK International für 2019. Sie dienten dem Besuch von Tagungen, Kongressen, Incentives oder Messen (MICE). MICE-Reisen waren mit einem Anteil von 56 Prozent an allen Business-Reisen eine stabile Wachstumsgröße für den deutschen Incoming-Tourismus.

Der Convention-Bereich ist nach Aussagen von Tourism Economics 2020 mit voraussichtlich minus 61 Prozent bei den Besucherzahlen im Vorjahresvergleich noch stärker betroffen als der gesamte Incoming-Tourismus.

Zukunftschancen sieht die DZT hier in Hybridformaten mit einer digitalen Verknüpfung realer und virtueller Events. Die DZT arbeitet im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft mit dem German Convention Bureau (GCB) an Konzepten für den Veranstaltungsmarkt der Zukunft.

Nach Auswertungen des World Travel Monitor von IPK International lag der Geschäftsreiseanteil der Europäer nach Deutschland mit 22 Prozent 2019 deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Dienstreisende geben 128 Euro aus

Die erfolgreiche Position nutzte der gesamten Tourismuswirtschaft. Europäische Geschäftsreisende gaben 2019 in Deutschland durchschnittlich 128 Euro pro Nacht aus, deutlich mehr als die Urlauber mit durchschnittlich 106 Euro. Insgesamt lag der Geschäftsreiseumsatz aus europäischen Quellmärkten bei circa 10,5 Milliarden Euro.

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