Coronavirus

So will die Schweizer Bahn ihre Fahrgäste schützen

Passagier in einem Zug der Schweizer Bahnen
SBB
Passagier in einem Zug der Schweizer Bahnen

Kostenfreie WC-Nutzung, 2-Meter-Abstände, aber keine Maskenpflicht: So will die Bahn ab 11. Mai in der Schweiz vorgehen. Ein Vorbild für Deutschland?

Die Fluggesellschaften in Deutschland haben wie berichtet bereits ein Papier veröffentlicht, in dem sie beschreiben, wie sie Passagiere künftig vor eine Ansteckung mit Corona schützen wollen. Eine Maskenpflicht gehört ebenso dazu wie das Abstandhalten beim Einsteigen. Der freie Mittelsitz soll aber wieder entfallen, damit die Airlines mehr Sitze an Bord verkaufen können.

Ein entsprechendes Konzept der Deutschen Bahn fehlt noch. Auf Forderung der Schweizer Regierung haben nun die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die ebenfalls in Staatsbesitz befindliche Postauto AG ein solches Papier präsentiert. Es enthält unter anderem folgende Vorschläge:
  • Pendler sollten Stoßzeiten meiden und stattdessen weniger frequentierte Züge etwa vormittags oder am späten Abend nutzen
  • Reisende sollen an Bahnhöfen, vor Schaltern und Fahrkartenautomaten Abstand halten
  • auch in den Waggons und Bussen sollen sich die Fahrgäste gut verteilen und die Gänge freilassen, um Platz für Aussteigende zu machen
  • als Abstandsregelung gilt die 2-Meter-Distanz zwischen den Fahrgästen. Lässt sie sich nicht einhalten – etwa zu Stoßzeiten –, sollen die Passagiere Masken tragen. Pflicht ist dies aber nicht.
  • Zugreisen aus touristischen Gründen sollten vermieden werden, allein Pendler sollten die Bahn nutzen
  • SBB und Postauto reinigen Haltestangen, Haltegriffe und Tasten häufiger als vor Corona-Zeiten
  • Toiletten an den Bahnhöfen, deren Nutzung sonst Geld kostet, können ab 11. Mai 2020 kostenfrei zum Händewaschen genutzt werden
  • in großen Bahnhöfen sind an den Eingängen Desinfektionsmittelspender aufgestellt
  • Aufzüge dürfen nur von jeweils einer Person genutzt werden
  • Warteräume und Lounges bleiben geschlossen
  • Fahrkarten werden wieder kontrolliert, wobei die Bediensteten Zeitkarten aber möglichst nicht berühren sollen.
In der Schweiz sollen vom 11. Mai an die Fern- und Regionalzüge sowie der öffentliche Nahverkehr wieder weitgehend nach dem normalen Fahrplan verkehren. In den vergangenen Wochen gab es etliche Kürzungen.

Eine explizite Maskenpflicht sehen die SBB derzeit nicht vor. In Deutschland, Österreich und Frankreich hingegen müssen Reisende sich mit entsprechender Mund-Nasen-Bedeckung schützen.
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