Coronavirus

Schaeffler stoppt Geschäftsreisen nach China

Die neue Lungenkrankheit könnte das deutsch-chinesische Handelszahnrad ein wenig verlangsamen.
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Die neue Lungenkrankheit könnte das deutsch-chinesische Handelszahnrad ein wenig verlangsamen.

Mit dem Autozulieferer verhängt das erste deutsche Großunternehmen ein Reiseverbot nach China. McDonald's stellt den Betrieb in Hubei ganz ein.

Der Autozulieferer Schaeffler verbietet es seinen 89.000 Mitarbeitern, geschäftlich nach China zu reisen. Grund ist die Ausbreitung des Coronavirus', die bereits mit zahlreichen vom Regime verordneten Verkehrsstopps im Land verbunden ist. Laut Schaeffler gilt das Reiseverbot zunächst bis zum 15. Februar.

In der besonders betroffenen Millionenstadt Wuhan betreibt das Unternehmen einen Standort, ebenso wie
Siemens, Webasto, Brose und Thyssen-Krupp. Webasto produziert in Wuhan Autodächer und Elektro-Ladestationen. Der Austausch mit dem Werk erfolge nun über Telefon und Videokonferenzen, teilt Webasto mit.

Bei Siemens gibt es – mindestens noch – kein Flugverbot. "Wir sensibilisieren jedoch unsere Reisenden und weisen verstärkt auf virtuelle Möglichkeiten der Kommunikation hin", sagt Thorsten Eicke, Vice President Global Mobility Services. "Selbstverständlich wird dieses Thema täglich neu betrachtet, und ich will nicht ausschließen dass insbesondere bei Veränderung der Einschätzung seitens der WHO beziehungsweise des Auswärtigen Amtes wir neue Maßnahmen kommunizieren." Da sich die Lage dynamisch entwickele, müsse man "entsprechend schnell agieren und die Regeln anpassen".

Wegen der steigenden Zahl an Infektionen hat die Fastfood-Kette McDonalds ihre Filialen in der Region Hubei inzwischen geschlossen. Auch die Stadt Wuhan liegt in dieser Region.

Etliche japanische Konzerne haben ihre Mitarbeiter angewiesen, keine Geschäftsreisen nach China mehr zu unternehmen. Dies gilt etwa für Sony und für Nippon Steel. Die in China tätigen Mitarbeiter der Soft Bank dürfen nur noch von zu Hause aus arbeiten. Die Angestellten anderen Banken wie Mizuho dürfen zwar noch reisen, müssen aber gurgeln, sich die Hände waschen und eine Maske tragen, wie das Portal Sumikai berichtet.

China selbst schränkt für etliche Städte – insgesamt für 43 Mio. Menschen – die Verbindungen zur Außenwelt stark ein. Busse dürfen nicht mehr fahren, Gemeinschaftseinrichtungen wurden geschlossen. Auch Teile der Chinesischen Mauer sind mittlerweile dicht gemacht worden, ebenso andere Sehenswürdigkeiten wie die Ming-Gräber, die Yinshan-Pagode, das Disneyland in Schanghai sowie das Stadion der Olympischen Spiele 2008. Peking hat auch seine Neujahrsfeiern abgesagt.

Betont wird, dass es sich um reine Sicherheitsvorkehrungen handelt. Medizinern zufolge ist das Infektionsgeschehen der neuen Lungenkrankheit weitaus milder als bei der klassischen Grippe, die jedes Jahr auch in Deutschland auftritt.





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