Coronavirus

Holen die Firmen ihre China-Geschäftsreisen nach?

Mundschutz an den Airports: Reisende versuchen, sich selbst vor einer Übertragung des Coronavirus zu schützen.
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Mundschutz an den Airports: Reisende versuchen, sich selbst vor einer Übertragung des Coronavirus zu schützen.

Erneut haben die Fluggesellschaften die Stornierung ihrer China-Strecken verlängert, und mit der HNA-Route Berlin–Peking fiel nun auch die letzte Flugmöglichkeit in das Riesenreich weg.

Business Travel spielt für den China-Verkehr die entscheidende Rolle: Auf gut 65 Prozent beziffern die Fluggesellschaften den Anteil der Geschäftsreisenden an ihren China-Passagieren. Hinter den USA rangiert das Land auf Platz zwei der von der deutschen Wirtschaft am häufigsten angesteuerten interkontinentalen Ziele: Bis zu 150.000 deutsche Geschäftsleute reisen jährlich in das Riesenreich.

Inzwischen finden praktisch keine Dienstfahrten mehr statt. Und im Land selbst haben die meisten Unternehmen ihre Produktion gestoppt, die Mitarbeiter arbeiten, soweit möglich, von zu Hause aus. Beschäftigte, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, müssen sich in aller Regel ärztlich untersuchen lassen und zunächst zwei Wochen lang von zu Hause aus tätig sein.

Zur entscheidenden Frage für die Branche dürfte werden, ob die Unternehmen ihre gestrichenen Business Trips auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, also nachholen, oder ob diese ganz entfallen.

US-amerikanische Pharmagiganten, Finanzinstitute und multinationale Technologieunternehmen haben ihre im Ausland lebenden Arbeitskräfte aus ganz China inzwischen zu einem großen Teil evakuiert, sagt Tammy Krings, Geschäftsführerin von ATG Travel Worldwide, dem Wall Street Journal. Sie hat sich in der Vergangenheit eher mit kurzen und vorhersehbaren Naturkatastrophen und Terrorangst auseinandergesetzt.

Einige Unternehmen verlegten Mitarbeiter aus China für drei bis sechs Monate. Mitunter besteht dabei das Risiko, dass diese vorerst gar nicht mehr nach China zurückkehren: Laut Krings gehen manche Familien so weit, dass sie für ihre Kinder bereits neue Schulen suchen.
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