Business Travel Lounge

Haarsträubende Bürokratie namens A1 und Entsendegesetz

Von links: Alexander Langhans und Sonja Kempter (beide Visumpoint), Elena Oplassenis (Free Now) und Abta-Präsident Andreas Gruber (Siemens).
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Von links: Alexander Langhans und Sonja Kempter (beide Visumpoint), Elena Oplassenis (Free Now) und Abta-Präsident Andreas Gruber (Siemens).

Die österreichische Business-Travel-Vereinigung Abta beleuchtete bei ihrem ersten Treffen neue Mobilität und A1-Problematik.

Wer die A1-Pflicht verkenne oder sich bei Entsendungen nicht registriere, dem drohten drakonische Strafen, wie Visumpoint-Geschäftsführer Alexander Langhans bei dem Treffen sagte. Firmen würden unter Umständen zu siebenstelligen Beträgen verdonnert. „Nehmen Sie die Sache", warnte er. "Das ist kein Spaß, sondern hoher Bürokratismus. Viele ignorieren das und machen die Augen zu. Wenn dann aber der Bußgeld-Bescheid kommt, ist die Ernüchterung groß."

Auslandseinsätze innerhalb Europas müssen bei den zuständigen Behörden im Zielland gemeldet werden, was mit zahlreichen Fallstricken verbunden sei, so Langhans. Eine EU-Meldung ist notwendig, wenn Dienstleistungen in Europa erbracht werden und die Tätigkeit im Zielland produktiv wertschöpfend ist. Eine A1-Bescheinigung braucht man als Sozialversicherungsnachweis bei geschäftlichen Einsätzen. Beide sind grundsätzlich im gesamten EU/Efta-Bereich erforderlich.

Die EU-Meldung dient im einzelnen zur Überprüfung der arbeitsrechtlichen Gleichstellung von entsandten Arbeitskräften hinsichtlich Höchstarbeitszeit und Mindestruhezeiten, bezahltem Mindestjahresurlaub, Mindestlohnsätzen einschließlich der Überstundensätze und anderer Kriterien. Heikle Fragen sind oft: Wer muß gemeldet werden? Ab wann muß gemeldet werden? Wie lauten die lokalen Bestimmungen? Wird eine Kontaktperson an Ort und Stelle benötigt? Das A1-Formular bescheinigt, dass man den Rechtsvorschriften des eigenen Landes unterliegt und keine Sozialversicherungsbeiträge in anderen Ländern zu entrichten sind.

Elena Oplassenis von Free Now stellte die neue Taxi-App des Anbieters vor. Sie stelle eine direkte Verbindung zwischen Reisendem und Taxifahrer her, was Zeit und Aufwand spare. Dank digitaler Sammelrechnung gebe es auch keine Zettelwirtschaft mehr. Free Now, das früher "My Taxi" hieß, ist ein Joint Venture von BMW und Daimler.
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