Branchenbarometer Business Travel

Geschäftsreisebüros verlieren Flugumsätze

Länger unterwegs: Die Anzahl mehrtägiger Geschäftsreisen ist gestiegen.
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Länger unterwegs: Die Anzahl mehrtägiger Geschäftsreisen ist gestiegen.

Die hiesigen Geschäftsreiseketten haben im vergangenen Jahr weniger Geld mit dem Verkauf von Flugtickets verdient als noch 2017. Dass zeigt das aktuelle Branchenbarometer des DRV. Insgesamt jedoch blieb der über Reisebüros abgewickelte Umsatz mit Geschäftsreisebuchungen 2018 stabil.

Der Flugumsatz der führenden Travel Management Companies (TMCs) in Deutschland, der knapp 80 Prozent ihres Gesamtumsatzes ausmacht, ging 2018 laut dem DRV-Branchenbarometer Business Travel im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro zurück. Die Deutschland- und Europa-Verbindungen haben dabei mit einem Minus von 2,9 Prozent stärker verloren als die interkontinentalen Verbindungen, die noch 60 Prozent des gesamten Flugumsatzes ausmachen, mit einem Rückgang von einem Prozent.

Ob dieser Umsatzrückgang auf weniger Ticketverkäufe bei den TMCs oder aber auf rückläufige Ticketpreise zurückzuführen ist, ist unklar. Eine Aussage hierzu gab es bei der Präsentation der Ergebnisse des Branchenbarometers durch den DRV und den Geschäftreiseverband VDR heute in Frankfurt zunächst nicht.

Trotz der geringeren Flugumsätze blieben die Gesamtumsätze der führenden Geschäftsreiseketten, die sich am Branchenbaromter beteiligten – BCD Travel, CWT, Amex, GBT/HRG, Lufthansa City Center, DER Business Travel und Derpart Travel Services –  mit 5,8 Mrd. Euro im Vergleich zu 2017 weitgehend stabil. Das gilt auch für alle über Reisebüros abgewickelten Geschäftsreisebuchungen hierzulande. Das Gesamtvolumen lag hier laut DRV bei etwa acht Mrd. Euro.



Damit läuft nach wie vor nur ein Bruchteil der Geschäftsreiseaufwendungen hiesiger Firmen über die Geschäftsreiseanbieter. Schließlich gaben deutsche Unternehmen allein 2017 mehr als 52 Mrd. Euro für die berufliche Mobilität aus. Ein Volumen, das auch 2018 erreicht worden ein dürfte.

Gestiegen ist 2018 die Anzahl der Auslandsgeschäftsreisen: Mit rund 15 Mio. Reisen verzeichneten sie laut aktuellen Ergebnissen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im vergangenen Jahr ein Plus von 5,6 Prozent. Die Geschäftsreisenden sind insgesamt länger unterwegs – die Anzahl mehrtägiger Reisen ist um 3,9 Prozent gestiegen, die mehrtägigen Auslandsreisen sogar um 11,6 Prozent. Insgesamt weist das Flugzeug bei den mehrtägigen Reisen mit einem Plus von 7,5 Prozent die höchste Steigerungsrate auf.

Die Anzahl eintägiger Geschäftsreisen nimmt insgesamt um 4,4 Prozent ab – dies insbesondere zu Lasten des Flugverkehrs (minus 10,7 Prozent). Die Bahn legt hingegen bei den eintägigen Reisen um 2,5 Prozent zu. „Der seit fünf Jahren anhaltende Rückgang der eintägigen Geschäftsreisen ist unter anderem auf die zunehmende Bedeutung von Telefon- und Videokonferenzen zurückzuführen“, so DRV-Präsident Norbert Fiebig bei der Zahlenpräsentation.

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