Blog Webkonferenzen

Und welchen Hintergrund haben Sie?

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In schwierigen und bedrückenden Zeiten wie den aktuellen sind es manchmal Kleinigkeiten, die einen aufmuntern können: Dinge, mit denen man sich im normalen Berufsalltag vielleicht gar nicht beschäftigen würde.

Die Kleinigkeit, die ich momentan recht spannend finde, ist der per Webkonferenz gewährte Einblick ins private Leben der Kollegen. Viel zu sehen ist zugegebenermaßen zwar nicht, aber immerhin sind die jeweiligen Hintergründe doch mitunter recht interessant.

Da steht bei der einen Kollegin ein "Happiness"-Schild auf dem Kühlschrank (Glück kann gerade jetzt nicht schaden), bei der anderen hängt das Gemälde eines Sechsjährigen an der Wand, der darin seine Erlebnisse von der Flucht ins Frauenhaus verarbeitet hat. Meinen Hintergrund hatte ich ehrlich gesagt gar nicht so bewusst wahrgenommen, bis ihn ein Kollege als den "interessantesten" bezeichnete: Unsere Küchenwände, die mit vielen Hundert Kühlschrankmagneten aus aller Welt geschmückt sind.

Manchmal ist auch spannend, was sonst noch so passiert während der Webschalte: die Enkeltochter etwa, die dem Kollegen plötzlich auf den Schoß springt – oder die Tatsache, dass ein anderer Kollege mit seinem schwarzen Kapuzenpullover ein wenig an düstere Krimis erinnert.

Doch wie dem auch sei: Nichts wäre schöner, als diese Welt der Webkonferenzen so schnell wie es geht wieder verlassen zu können – um wieder ins reale Büroleben einzutauchen. Und da bin ich bei Weitem nicht allein: "Ich sehne den Tag herbei, wenn wir alle wieder wirklich beisammensitzen", sagte eine Bekannte heute bei einem virtuellen Fachtreffen.

Und selbst eine Kollegin, die es auch zu Normalweiten gewohnt ist, an zwei Tagen in der Woche Homeoffice zu machen, findet den Dauerzustand "irgendwie komisch. Und die Zeit, wir wir noch vor uns haben, macht mir Angst."

Der einzige Trost, den wir haben, ist: Alle sind, was Corona angeht, in derselben Position, die Ungewissheit ist weltweit. Wann es zum Abebben der Krise kommt, kann keiner vorhersagen. Immerhin können wir aber alle darauf hoffen, dass dies möglichst schnell der Fall sein wird.






Wir wissen nun, dass der eine Kollege eine eindrucksvolle Sammlung an Musikinstrumenten in seinem Arbeitszimmer hortet und der andere auf Weinkisten als Bücherregal vertraut. Wir freuen uns darüber, wenn irgendwo ein neugieriges Kind in die Kamera winkt, und schmunzeln über so manches, was im Hintergrund geredet wird, wenn ein Kollege vergessen hat, das Mikrofon abzustellen.


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