Meine Woche | KW13

Warum Homeoffice das Persönliche nie ersetzen wird

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Mittwoch, 25. März 2020

Ja, es klappt – technisch und organisatorisch: Auch in Woche 2 funktioniert das Prinzip "Homeoffice". Was lange Zeit für mich und meine Kollegen eine eher theoretische Option war, die höchstens alle paar Wochen mal in die Realität umgesetzt wurde und dann auch nur für einen Tag, das ist nun zum Alltag geworden. Jeden Morgen schalten wir uns per Webkonferenz zu einer 45-minütigen Redaktionsrunde zusammen, um das Wichtigste zu besprechen: Wer kümmert sich um welche Themen und Berichte? Auch hier steht wie nie zuvor die Online-Berichterstattung im Fokus. Und auch nach der Web-Konferenz bleiben wir den ganzen Tag lang in Kontakt: über einen Business-Messenger-Dienst.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, sollten Sie ebenfalls Homeoffice machen. Aber ich finde das Ganze selbst nach acht Tagen alles andere als normal und höchst befremdlich. Manche Experten sagen, das digitale Miteinander würde einen solchen Schub erfahren, dass es auch nach der Krise bleibt.

Für mich steht fest: Ich vermisse den Alltag im Büro, den persönlichen Austausch mit den Kollegen – und ja, selbst den Weg zur Arbeit, über den ich mich schon manches Mal beklagt habe. Es ist gut zu wissen, dass die digitale Variante funktioniert – für Ausnahmefälle. Aber bitte nicht für das normale Berufsleben.

Und genauso möchte ich – wenn denn irgendwann mal alles vorbei ist - auch wieder reisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Corona es schafft, den Wunsch, andere Menschen und andere Kulturen kennenzulernen, abzuschnüren. Ich glaube eher (möchte es auch glauben), dass es nach der Krise zu einer gewaltigen Reisewelle kommen wird. Selbst, wenn wir alle dann vermutlich deutlich weniger Geld und einen klar geringeren Wohlstand haben sollten: Das Reisen wird bleiben.
stats