Bärte

Gedreht oder gezwirbelt?

Das Schöne am Reisen ist ja, dass man sehr unterschiedlichen und interessanten Menschen begegnet. Durchaus auch, was deren Aussehen angeht.

Wann immer ich meinem Kumpel Z. einen erstklassigen Witz erzähle, verdreht er die Augen, fasst sich ans Kinn und kommentiert: "Mensch, der hat doch solch einen Bart!" Natürlich könnte das daran liegen, dass Z. gewissermaßen Witz-Experte ist. Bei der lokalen Tageszeitung, bei der er als Redakteur arbeitet, ist er für die Auswahl des täglichen Gags auf Seite 2 zuständig. Humoristisch gesehen ist Z. seiner Zeit also immer ein wenig voraus.

Was er allerdings nicht weiß: Wäre er kürzlich im baden-württembergischen Sigmaringen gewesen, wäre er dort mit seiner Aussage nicht auf Enttäuschung, sondern auf unbändige Freude gestoßen. Denn in Sigmaringen fand jetzt die Bart-Europameisterschaft statt. Woher ich das weiß? Weil ich kürzlich mein Zugabteil mit einer wahrhaft bärtigen Truppe teilte (ich war geschäftlich in der Nähe von Stuttgart tätig).

Und von dieser erfuhr ich alles darüber, warum man auf einen Bart eigentlich nicht verzichten kann. Und warum die Bart-EM zu den wichtigsten Veranstaltungen im Jahreskalender eines professionellen Bartträgers gehört. Immerhin: Wir Deutsche schnitten in Sigmaringen mal wieder sehr gut ab – oder naja, sagen wir besser: Wir sahen dort gut aus.

Denn mag es beim Freistil-Schwimmen bei der Olympiade in London noch so gehakt haben, beim "Freistil Kinnbart" in Sigmaringen waren wir unschlagbar! Und in Disziplinen wie "Naturale gezwirbelt" oder "Schnauzer Dali" haben sich mitunter gleich zwei Deutsche einen Streit um des Kaisers Bart geliefert. Bis einer von den beiden der Jury soviel Honig um den ... ach lassen wir das, denn jetzt wird es echt haarig.

Und da muss selbst ich als glattgesichtiger Blog-Schreiber anerkennen: Irgendwann ist der Bart eben ab!

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