Auf Geschäftsreise

Sturz im Hotel ist privates Pech

Was ist geschäftlich, was ist privat auf Dienstreise? Mit dieser Frage müssen sich die Gerichte immer wieder beschäftigen.
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Was ist geschäftlich, was ist privat auf Dienstreise? Mit dieser Frage müssen sich die Gerichte immer wieder beschäftigen.

Auch wer sich auf Dienstreise verletzt, muss dafür in bestimmten Fällen selbst zahlen – nämlich dann, wenn eine nicht unmittelbar dienstliche Aktion zu der Verletzung geführt hat.

Das entschied das hessische Landessozialgericht (Aktenzeichen: L 3 U 198/17). Damit fügt es der Frage, ob Unfälle während der Geschäftsreise geschäftlich oder privat sind, eine weitere Facette hinzu.

Das Problem für die Frau: Sie ist im Hotel gestürzt, während sie sich auf den Weg zum Telefon machen wollte. Der Inhalt des Telefon-Gesprächs hatte jedoch nicht unmittelbar etwas mit der Geschäftsreise zu tun. 

Die Darmstädter Richter erkannten zwar an, dass Beschäftigte auch während einer beruflich bedingten Auswärtstätigkeit gesetzlich unfallversichert ist. Allerdings nur dann, wenn sich der Unfall aus einem konkret dienstlichen Handeln ableiten lässt. Die Frau wollre sich jedoch privat ein Taxi bestellen.

Die Frankfurterin hatte an einem Kongress in Lissabon teilgenommen und wollte den Aufenthalt um einen Privaturlaub verlängern. Als sie per Telefon ein Taxi bestellen wollte, um ihren Mietwagen am Flughafen zu holen, stürzte sie im Hotelzimmer. Folge war ein Oberschenkelbruch. Zu diesem Zeitpunkt war der Kongress allerdings schon beendet, und damit habe der private Abschnitt begonnen, so die Richter.


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