An acht Flughäfen

Warnstreiks lassen Hunderte Flüge ausfallen

Am Hamburger Flughafen finden am heutigen Dienstag nur noch 27 statt der sonst üblichen knapp 200 Ankünfte statt.
Werner Hinz
Am Hamburger Flughafen finden am heutigen Dienstag nur noch 27 statt der sonst üblichen knapp 200 Ankünfte statt.

Seit heute morgen bestreikt das Sicherheitspersonal gleich acht deutsche Airports. Besonders hart betroffen sind Hamburg, wo zwei von drei Flügen ausfallen, und Frankfurt, das die Hälfte der Starts streichen musste. Da die Passagiere informiert waren, ist es an den Flughäfen aber recht ruhig.

Die Gewerkschaft Verdi hatte das Sicherheitspersonal zu größtenteils ganztägigen Arbeitskämpfen aufgerufen. Bestreikt werden neben Hamburg auch die Großflughäfen Frankfurt und München sowie die Airports Bremen, Dresden, Erfurt, Hannover und Leipzig/Halle. Auch Weimar ist betroffen, allerdings folgenlos, da für dort eh keine Abflüge geplant waren.

Am Hamburger Flughafen entfallen voraussichtlich mehr als zwei Drittel aller Flüge. Gleich nach Mitternacht waren in der Hansestadt zunächst rund 30 Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen, wie ein Verdi-Sprecher in der Nacht sagte. Für den Mittag plant Verdi am Hamburger Flughafen mit Beschäftigten der Früh- und Spätschicht eine Demonstration mit Kundgebung.

Auch in Frankfurt führt der Warnstreik des Sicherheitspersonals zu erheblichen Einschränkungen für Reisende. „Der Flugverkehr ist massiv beeinträchtigt“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. Rund 600 der geplanten 1200 An- und Abflüge wurden nach Angaben des Betreibers Fraport von den Fluggesellschaften gestrichen, viele weitere haben Verspätungen.

Hintergrund des Streiks sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherung (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen.

Dies würde einen Arbeitslohn von monatlich 3.200 Euro bedeuten. Die Arbeitgeber lehnen das als unverhältnismäßig ab. So könne es dann sein, dass die Kontrolleure dann mehr verdienten als die Polizisten am Sicherheitscheck. Dies widerspräche jedoch allen Gerechtigkeitsprinzipien, da die Sicherheitskontrolleure lediglich eine 6-wöchige Qualifikation durchliefen, während die Polizisten mehrjährig ausgebildet worden seien.

Verdi bekräftigt erneut Streikwillen

Verdi hingegen sprach von einem Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. „Wir hoffen, dass die Arbeitgeber endlich auf unsere Forderungen eingehen, die Signale der Belegschaften hören und merken, dass die Beschäftigten für ihre Forderungen eintreten und auch bereit sind, hier in den Streik zu treten“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Roscher.

Vergleichsweise milde ist Deutschlands zweitgrößter Airport vom Ausstand betroffen. Am Flughafen München haben nur etwa 150 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, wie Kai Winkler von der Gewerkschaft Verdi sagte. Damit beteiligt sich laut seinen Angaben ein Großteil des Sicherheitspersonals von Personen- und Warenkontrolle. Nur für diesen Bereich war der Ausstand geplant. Laut einem Sprecher des Flughafens München fallen etwa 100 Flüge aus.

In Hannover rechnete die Gewerkschaft nach Angaben des Sprechers im Laufe des Dienstags mit mindestens 180 Mitarbeitern, die sich an dem 24-stündigen Warnstreik beteiligten. Hier sollen 30 der 60 Flüge heute entfallen, in Dresden 26 von 46.

Auch am Flughafen Bremen trat das Sicherheitspersonal laut einer Sprecherin ab Mitternacht wie geplant in einen Warnstreik. Dort wurden 27 von 58 für Dienstag disponierte Flüge abgesagt. In Leipzig sollen 28 der 50 geplanten Starts und Landungen entfallen, (LS/dpa)

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