Alitalia

Deal mit Etihad auf Messers Schneide

Ob es zum geplanten Einstieg der Araber bei der italienischen Airline kommt, darüber streiten Beobachter. Die Bedingungen von Etihad sind offenbar sehr hart.

Kurz vor dem geplanten Einstieg von Etihad bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist gestern Etihad-Chef James Hogan mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi zusammengetroffen. Berichten italienischer Nachrichtenagenturen zufolge könnte das Geschäft „binnen Stunden“ abgeschlossen werden. Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte bereits zuvor gesagt, Etihad habe die Bücher geprüft, und eine Grundsatzvereinbarung sei in Arbeit.

Der Zeitung „Il Sole 24“ zufolge will Etihad 40 Prozent an Alitalia kaufen. Damit wäre die Airline aus Abu Dhabi der größte Anteilseigner. Weil es jedoch weniger als 50 Prozent sind, blieben Alitalia die europäischen Start- und Landerechte erhalten und müssten nicht völlig neu ausgehandelt werden.

Ob Etihad, die bereits an Air Berlin, Jet Airways, Air Serbia und Aer Linugs beteiligt ist, tatsächlich bei Alitalia einsteigt, wird von manchen Beobachtern allerdings bezweifelt. Wegen der harten Bedingungen der Araber gehen sie davon aus, dass der Deal scheitert. So soll Etihad verlangen, dass bei Alitalia bis zu 3000 Jobs wegfallen. Das dürften sich die in Italien sehr starken Gewerkschaften kaum gefallen lassen. Etihad will angeblich 300 bis 500 Mill. Euro investieren.

Sollte es hingegen zu dem Geschäft kommen, wäre es denkbar, dass Etihad langfristig eine neue europäische Airline gründet, die aus Alitalia und Air Berlin besteht. Sie könnte zum Beispiel unter dem Namen Air Italia den europäischen Luftfahrtmarkt aufmischen.

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