Airlines von A bis Z

Die besten Fernost-Flüge

Wer in den Fernen Osten (Foto: Hongkong) fliegen muss, hat eine reiche Auswahl an Flugverbindungen.
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Wer in den Fernen Osten (Foto: Hongkong) fliegen muss, hat eine reiche Auswahl an Flugverbindungen.

China, Japan, Korea, Hongkong, Taiwan: Fernost-Routen sind bei vielen deutschen Firmen klassische „Rennstrecken“. BizTravel sagt, welche Neuheiten es bei Nonstop- und Umsteige-Flügen gibt.

Das wissen viele nicht: Südkorea gehört zu den Top-10-Zielen deutscher Geschäftsreisender. In dem fernöstlichen Land sind mehr als 500 Unternehmen aus der Bundesrepublik aktiv. Und dass sich Korea binnen weniger Jahrzehnte von einem der weltweit ärmsten Staaten zu einer der erfolgreichsten Volkswirtschaften entwickelt hat, ist auch Deutschland zu verdanken: Nach dem Korea-Krieg gewährte Bonn dem Land einen dreistelligen Millionenbetrag als Aufbauhilfe. Die Wertschätzung für Deutschland und für deutsche Produkte ist nach wie vor sehr hoch – weswegen hiesige Unternehmen ihr Geschäft in Korea weiter ausbauen.

Noch weitaus größer freilich ist das deutsche Exportvolumen bei Nachbar China: Das Riesenreich streitet sich mit den USA um die Spitzenposition im interkontinentalen Geschäftsreiseverkehr. China liegt mal auf Platz 1, mal „nur“ auf Platz 2. Zahlreiche Städte jenseits von Peking und Schanghai werden inzwischen direkt ab Deutschland angeflogen. Bedeutsam für die Industrie sind aber auch Japan, Taiwan und Hongkong.

Neue Flugziele und höhere Frequenzen zeigen, dass die Nachfrage auf den Fernost-Verbindungen wächst. Hinzu kommt, dass manche Fluggesellschaften nun größere Maschinen wie den Riesen-Airbus A-380 oder den verlängerten Jumbo B-747-8i einsetzen. Und: Der Wettbewerb wird größer. Neben den klassischen Direktrouten etablieren sich Umsteige-Verbindungen, etwa via Finnland oder Polen. BizTravel gibt einen Überblick über Airlines, Strecken und Neuheiten.

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All Nippon Airlines (ANA)

Japans größte Fluggesellschaft begann ihren Flugbetrieb im Februar 1953 – damals noch unter dem Namen NH und mit Hubschraubern. Der erste Passagierflug folgte ein Jahr später. Heute verfügt die Airline über gut 245 Maschinen (ohne Fracht) und fliegt auf 73 internationalen und 117 nationalen Strecken. ANA hebt ab Frankfurt, München und Düsseldorf nach Tokio ab. Ab den Landeshauptstädten NRWs und Bayerns geht es täglich los, ab München mit dem Dreamliner B-787. Ab Frankfurt startet zweimal am Tag eine Boeing B-777 mit vier Klassen. Neu ist ein Code Share mit LOT: Weiterflüge von Warschau nach Frankfurt und München lassen sich nun automatisch mit Interkont-Routen buchen. Dasselbe gilt für japanische ANA-Flüge von Tokio nach Sapporo, Sendai und Fukuoka unter LOT-Nummer.

Asiana Airlines

Koreas zweitgrößte Fluggesellschaft, 1988 gegründet, steuert ebenfalls täglich Frankfurt an. Auch das Star-Alliance-Mitglied hat für die Strecke nach Seoul sein Fluggerät ausgetauscht: Seit 5. März 2017 ist statt der Boeing B-777 ein Airbus A-380 im Einsatz. Er hat Platz für 495 Passagiere. Die Besonderheit: Eine kleine Economy-Kabine gibt es auch im Oberdeck der Maschine. Die Business Class bietet allen Passagieren direkten Zugang zum Gang. Mit dem A-350 kommt vom 15. Mai an eine weitere neue Maschine zum Einsatz: ab Seoul nach Osaka (Japan) und Manila (Philippinen). Bei flugplanbedingten Übernachtungen erhalten Business-Class-Passagiere für bestimmte Umsteigeziele ein kostenloses Hotelzimmer. Asiana verfügt über 83 Maschinen in ihrer Flotte.

Cathay Pacific

Die Fluggesellschaft aus Hongkong startet sowohl ab Düsseldorf (4 x pro Woche) als auch ab Frankfurt und Zürich (jeweils täglich) in die einstige Kronkolonie. Ab Düsseldorf fliegt der Airbus A-350 mit drei neuen Reiseklassen; die B-777 ab Frankfurt und Zürich bietet vier Klassen. In Österreich bestehen Zubringer ab Wien, Linz, Graz und Salzburg. Die Flotte von Cathay Pacific umfasst derzeit 148 Maschinen, 59 sind geordert, vor allem A-350. Wiedereröffnet wird in den nächsten Wochen die G16-Lounge am Flughafen Hongkong.

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China Southern

Mit mehr als 700 Maschinen der Hersteller Boeing und Embraer stellt China Southern die größte Fluggesellschaft Chinas dar. Was die Passagieranzahl (über 110 Mio.) angeht, zählt die Airline sogar weltweit zu den Top 3. In Deutschland startet China Southern nur in Frankfurt: Dreimal pro Woche geht es nach Changsha und von dort weiter nach Guangzhou. Mehr Ziele werden ab Amsterdam und Paris angeflogen – mit Zubringern dorthin durch die Partner KLM und Air France. Mit 6,2 Jahren Durchschnittsalter gehört die Flotte zu den jüngsten. Nach China fliegen ab Deutschland außerdem direkt Air China, China Eastern und Lufthansa, ab Frankfurt zu insgesamt zehn Zielen im Land, ab München, Wien und Zürich nach Peking und Schanghai, ab Düsseldorf nach Peking.

China Airlines

Als einzige Fluggesellschaft in Europa verbindet China Airlines den deutschsprachigen Raum nonstop mit Taiwan. Ab Frankfurt geht es täglich mit einer Boeing B-777 nach Taipeh; ab Wien (3 x pro Woche) ist der neue Airbus A-350 im Einsatz. Insgesamt sind 14 Jets dieses Typs bestellt, die dann auch die innerasiatischen Strecken in der Drei-Klassen-Formation (Business, Premium und Economy) bedienen sollen. Die Flotte besteht aus derzeit 98 Maschinen, davon 77 Passagierjets. Konkurrent Eva Air fliegt mit einem Stopp ab Wien.

Finnair

Schneller als über Helsinki lassen sich die klassischen Fernost-Ziele nicht erreichen: Dank der geografisch vorteilhaften Lage der finnischen Hauptstadt fliegt Finnair den kürzesten Weg nach Asien. Das nutzt erstens der Airline, die „an einem einzigen Tag von Europa nach China und zurück fliegen und somit die Flotte äußerst effizient einsetzen kann“, so Verkaufschef Mikko Turtiainen. Zweitens profitieren die Reisenden: vom kurzen Weg und vom bequemen Umsteigen in Helsinki. Elf Städte in China, Hongkong, Japan und Korea steuert Finnair an. Nach Japan bietet kein anderer europäischer Flughafen so viele Flüge wie Helsinki (35 pro Woche), neu sind in Fernost die Ziele Fukuoka (Japan) und Guangzhou (China). Ab 5. Juni verkehrt überdies auf den Routen nach Tokio und Hongkong der Airbus A-350. In Japans Hauptstadt gibt es dann vier und nach Hongkong drei zusätzliche Flüge pro Woche. Zubringer nach Helsinki ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München.

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Hainan Airlines

Als einzige Fluggesellschaft verbindet Hainan Airlines die deutsche Hauptstadt Berlin (Tegel) direkt mit Peking. Von dort können Reisende zu weiteren fernöstlichen Zielen wie Hongkong, Xi´an, Guangzhou oder Schanghai umsteigen. Ab Paris wird zudem Xi‘an, ab Rom Xi‘an und Chongqing direkt angeflogen, und zu den Umsteigeflughäfen geht es mit Partnern wie Air Berlin und Alitalia. Hainan Airlines, deren Flotte aus derzeit 180 Maschinene besteht, gehört zu einem der größten Tourismuskonzerne: Die chinesische HNA betreibt unter anderem noch zehn weitere Airlines sowie Flughäfen und Hotelketten.

Japan Airlines (JAL)

Die zweitgrößte japanische Fluggesellschaft, deren Gründung bis in die Mitte der 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreicht, fliegt täglich zwischen Frankfurt und Tokio (Narita). Im Einsatz ist ein „Dreamliner“ Boeing B-787-9 mit Dreiklassensystem: Er bietet 44 Plätze in der Business Class, 35 in der Premium Economy und 116 in der Economy Class. Derzeit wird das sogenannte Sky-Suite-Programm, das unter anderem ein komplett flaches Bett in der Business Class vorsieht, in allen Langstreckenmaschinen der Fluggesellschaft eingeführt. Insgesamt verfügt JAL in ihrer Flotte über nunmehr 227 Maschinen.

Korean Air

Koreas größte Fluggesellschaft ist Korean Air: Mit einem Jumbo Jet B-747-8i fliegt sie täglich zwischen Frankfurt und Seoul. Mehr als 70% der Gäste sind Geschäftsreisende. An sie richtet sich auch die neue Business Class (Prestige Suites), die allen Passagieren einen direkten Zugang zum Gang ermöglicht, ohne jemanden zu stören oder selbst gestört zu werden. „Wer es einmal erlebt hat, fliegt auch das nächste Mal wieder mit uns“, sagt Deutschland-Chef Joon Wook Yoo. Vor allem mit Servicequalität, Nonstop-Flügen und zuverlässigen Preisen – „ohne versteckte oder zusätzliche Gebühren“, so Joon Wook Yoo – will Korean Air bei ihren Firmenkunden punkten. Populäres Bordmenü ist das koreanische Nationalgericht Bibimbap. Als eine der ersten Airlines führte das Unternehmen zudem biologisch angebaute Lebensmittel an Bord ein – das gilt für die Salate ebenso wie für das Brot. Das Mineralwasser stammt sogar aus eigener Quelle. Korean Air, 1969 gegründet, verfügt über etwa 160 Flugzeuge. Zu den von Geschäftsreisenden viel angeflogenen Zielen in Südkorea gehört Busan: In die 3,5-Mio.-Einwohner-Metropole verkehrt Korean Air stündlich ab Seoul.

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LOT Polish Airlines

Die polnische Fluggesellschaft mausert sich zu einer beliebten Umsteige-Airline für Nordamerika- und Fernostflüge: Neue Strecken werden aufgelegt, und auf bislang schon betriebenen Verbindungen erhöht LOT die Frequenzen. Zum Umsteigeflughafen Warschau gibt es Zubringerflüge ab Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Da diese zeitlich auf die Asien-Routen abgestimmt sind, dürfte die polnische Gesellschaft sich auch für Firmenkunden als attraktiv erweisen. Für die Tokio-Strecke (Narita) plant LOT vom 3. Juli 2017 an einen vierten wöchentlichen Flug. Er startet montags und ergänzt die bisherigen drei Verbindungen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Geflogen wird mit dem „Dreamliner“. Auch die Verbindung nach Seoul wird ab 6. Juli gestärkt: Fünf- statt wie bisher dreimal pro Woche bedient LOT die Strecke dann. Weiteres Ziel ist Peking.

Turkish Airlines

Allen politischen Ereignissen und anderen Geschehnissen zum Trotz: Turkish Airlines gehört nach wie vor zu den servicestärksten Fluggesellschaften. Zudem lockt die Fluggesellschaft derzeit mit niedrigen Tarifen – auch in die fernöstlichen Ziele. So steuert Turkish via Istanbul drei Städte in China an (Peking, Schanghai, Guangzhou), fünf in Japan (Tokio, Fukuoka, Okinawa, Sapporo und beide Airports in Osaka) sowie Hongkong, Seoul und Taipeh. Dabei beginnen die Preise teilweise ab 500 Euro. Zubringer ab dem deutschsprachigen Raum gibt es reichlich. Gestartet wird in Berlin-Tegel, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart und (saisonal) Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden, Münster/Osnabrück sowie in Salzburg, Graz, Wien und Zürich, Basel und Genf. Die Flotte besteht aus etwa 300 Maschinen.

Weitere Airlines

Emirates, Etihad, Qatar Airways: Auch die Fluggesellschaften aus den arabischen Golfstaaten mischen bei den Fernostflügen mit – mit schnellem Umsteigen in Dubai, Abu Dhabi oder Doha.

Aeroflot, Ukraine International, SAS, Vietnam Airlines: Viele weitere Fluggesellschaften steuern Fernost-Destinationen über ihre jeweiligen Heimatdrehkreuze an. Wer auf eine Nonstop-Verbindung keinen Wert legt und gern Neues ausprobiert. sollte auch diese Anbieter in seine Suche einbeziehen.

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