Airline in Not

Fluggesellschaft Germania geht das Geld aus

Germania-Flugzeug im Anflug auf Berlin.
Karsten Kießling
Germania-Flugzeug im Anflug auf Berlin.

Geschäftsreisende nutzen die Chartergesellschaft vor allem für Flüge in Mittelmeerziele, auf den Balkan, nach Israel oder Spanien. Nun steckt das Berliner Unternehmen in der Krise: Die Airline, die Karsten Balke gehört, verkündet „kurzfristigen Liquiditätsbedarf“.

Von einer Insolvenz könne keine Rede sein, heißt es, und sämtliche Flüge würden wie geplant stattfinden. Dennoch steckt die Fluggesellschaft Germania in einer akuten Finanzkrise: Nach mehreren verlustreichen Jahren ist den Berlinern offenbar das Geld ausgegangen. Dringend würden neue Mittel benötigt, heißt es in einer Pressemitteilung der Airline.

Die vor gut 30 Jahren gegründete und zuletzt stark gewachsene Germania prüfe „mehrere Optionen einer Finanzierung, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern“, heißt es offiziell. Auch ein Verkauf der Fluggesellschaft ist offenbar möglich. Insgesamt geht es laut Mitteilung „um die zentrale Frage, wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist“.

Akute Finanzprobleme Ende des Jahres

Recherchen des Luftfahrtportals Aerotelegraph zufolge geriet Germania Ende 2018 in akute finanzielle Schwierigkeiten. Bis zum 27. Dezember 2018 habe die Fluggesellschaft 20 Mio. Euro benötigt, um weiterfliegen zu können. Verluste wurden aber offenbar auch schon in den vergangenen Jahren eingeflogen.

Den akuten Finanzengpass begründet die Fluggesellschaft in ihrer Mitteilung mit den Veränderungen in der jüngsten Zeit. „Insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreis-Steigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar“ hätten in die die Krise geführt. Hinzu kämen individuelle Probleme wie „erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an unserer Flotte“.

Karsten Balke ist seit 2015 alleiniger Eigentümer der Fluggesellschaft, die zuvor der Familie Bischoff gehörte. Germania zählt zu den wenigen unabhängigen deutschen Airlines und ist vor allem auf Kurz- und Mittelstreckenrouten unterwegs.

Bei Passagieren gilt Germania, die ein Voll-Service-Konzept verfolgt, als beliebt. Sie befördert jährlich gut vier Millionen Passagiere und fliegt von 18 Abflughäfen zu mehr als 60 Zielen in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten an. Sie betreibt 37 Maschinen. (RIM/OG)

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