Abta-Treffen im neuen Format

Debatte über die EU-Entsende-Richtlinie

Referenten und Moderator: Marc Smith (Newland Chase, von links), Marion Michaud (CIBT), Andreas Gruber (Apotheke Nord), Julia Korac (Visum.at) und Markus Grasel (Abta).
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Referenten und Moderator: Marc Smith (Newland Chase, von links), Marion Michaud (CIBT), Andreas Gruber (Apotheke Nord), Julia Korac (Visum.at) und Markus Grasel (Abta).

Ersmals verband die Abta ihre Business Travel Lounge mit einem Praxistag. Inhaltlich ging es unter anderem um die A1-Bescheinigung.

Erstmals ging diesmal der abendlichen Business Travel Lounge der Abta ein Praxistag mit drei Workshops voran. Mit dieser Neuerung wolle man den aus den Bundesländern anreisenden Mitgliedern entgegenkommen, für die sich die Wien-Reise dann besser rentiere, heißt es. „Das Format ist gut angekommen. Wir denken an mögliche Weiterentwicklungen, etwa in Kombination mit einer Nächtigung“, sagte Abta-Vizepräsident Markus Grasel, Travel Managerin der A1 Telekom.

Die Workshops befassten sich mit den Themen „Travel Policy“, „Einkauf von Leistungen, Gestaltung von Ausschreibungen“ sowie „Fürsorgepflicht“ (Duty of Care). Die anschließende Travel Lounge widmete sich der Frage der A 1-Bescheinigung. Intensiv diskutiert wurden dabei die neuen Hürden, die für Geschäftsreisen ins EU- und EFTA-Ausland gelten.

Travel Policy sei nur so gut, wie sie letztlich gelebt werde, sagte Grasel als Moderator der Tagung. Es gehe vorrangig darum, Vertrauen zu schaffen und das Management einzubinden. Dem stehe eine Mitwirkungspflicht der Mitarbeiter gegenüber. Entscheidend sei die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern. „Travel Policy muss sich wie ein roter Faden durch alle unternehmerischen Abläufe ziehen“, so Grasel, der ankündigte, die Abta werde demnächst eine Art „Gerüst“ zu Fragen der Travel Policy auflegen.

IEbenfalls auf Interesse der Workshop-Teilnehmer stieß beispielsweise die Thematik der Fürsorgepflicht, bei der sich letztlich alles um die Frage drehe: Wie erreiche ich im Notfall den Mitarbeiter, und wie erreicht er mich (rund um die Uhr)? Die Methode des „Tracking“ habe nichts mit „Verfolgung“ zu tun, sondern werde nur bei Gefahr aktiviert, wenn es wirklich relevant sei.

Der Mitarbeiter müsse sich melden, da es wichtig sei, festzustellen, ob und wo er gelandet ist. Es bestehe eine Bringschuld des Dienstnehmers. Kritisiert wurde das teilweise überhaupt nicht vorhandene Verständnis mancher Geschäftsleitung, sich mit dem Thema Sicherheit auseinanderzusetzen.

Marion Michaud, Geschäftsführerin der CIBT Visum Centrale in Berlin, informierte ausführlich über die möglichen Fallstricke bei einer Entsendung von Mitarbeitern ins EU- oder EFTA-Ausland. Unternehmen sollen künftig häufiger kontrolliert werden. Es gebe mehr Überprüfungen, und es drohten Verwaltungsstrafen. Dazu komme das Reputationsrisiko für betroffene Firmen.

Ziel der an sich schon länger gültigen Arbeitnehmerentsenderichtlinie sei es, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen der Freiheit von Dienstleistungen und dem Schutz von Sozialleistungen. A 1-Bescheinigungen seien grundsätzlich immer dann gefragt, wenn der Mitarbeiter woanders arbeitet, als er gemeldet ist. Dies gelte auch für firmeninterne Tätigkeiten. Das A 1-Dokument sei , so Michaud, keine Verpflichtung, biete aber rechtliche Sicherheit und schütze auf diese Weise beide Seiten.

Heftig diskutiert wurden bei der Veranstaltung die Fragen, wie eine „Entsendung“ definiert wird, welche konkreten Rechtsvorschriften für den entsandten Mitarbeiter gelten und welche Ausnahmen die genannte Richtlinie vorsieht. (EZ/OG)

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