ABTA-Studie

Zahl der Geschäftsreisen sinkt, doch Kosten bleiben gleich

Von links: Peter Tolinger (Verkehrsbüro Business Travel und Vorstandsmitglied ABTA), Rebecka Wurian (Statistik Austria), Wilfried Kropp (beratendes Vorstandsmitglied ABTA) und Andreas Gruber (ABTA-Präsident).
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Von links: Peter Tolinger (Verkehrsbüro Business Travel und Vorstandsmitglied ABTA), Rebecka Wurian (Statistik Austria), Wilfried Kropp (beratendes Vorstandsmitglied ABTA) und Andreas Gruber (ABTA-Präsident).

Weniger Geschäftsreisen – aber identische Kosten: Die Austrian Business Travel Association ABTA legt eine neue Studie über den Markt der Geschäftsreisen in Österreich vor. In einer Kooperation mit der Statistik Austria werden darin die Struktur des Marktes und die Trends beschrieben.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 7,7 Mio. Geschäftsreisen unternommen. Dafür fielen Kosten in Höhe von 3,2 Mrd. Euro an. Die Reisenden verbrachten 19 Mio. Tage unterwegs. Die durchschnittliche Reisedauer betrug 2,5 Tage.

Welche wirtschaftliche Bedeutung Geschäftsreisen haben, lässt sich auch aus den Ausgaben für Flugtickets und Hotels ablesen: Unternehmen haben 1,3 Mrd. Euro für Flugtickets, 340 Mio. für Autofahrten und 900 Mio. für Übernachtungen ausgegeben.

Insgesamt ist die Zahl der Geschäftsreisen 2017 gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent gesunken, hat sich aber in den ersten drei Quartalen 2018 wieder um 2,3 Prozent erholt. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme hat sich dabei der Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und Geschäftsreisen aufgelöst. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt als Kennzahl der Wertschöpfung ist von 2001 bis 2017 um 67 Prozent gestiegen. Die Zahl der mehrtägigen Geschäftsreisen ist dagegen um 12 Prozent gesunken.

Als Ursache werden von ABTA-Experten strukturelle Änderungen in den Unternehmen konstatiert. ABTA-Präsident Andreas Gruber, im Hauptberuf Head of Travel Management CEE bei Siemens Österreich: „Unternehmen reisen unter anderem auch deshalb weniger, weil interne Meetings durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt werden.“

Die durchschnittlichen Kosten für Flugtickets wurden durch eine Auswertung von mehreren Hunderttausend Tickets ermittelt, die von spezialisierten Business-Travel-Reisebüros ausgestellt wurden. Sie sind gegenüber 2015 deutlich gestiegen. Dafür gibt es zwei Ursachen: einerseits die Preiserhöhungen der Airlines, andererseits zunehmend komplexere und damit höherpreisige Tickets. Spürbar gestiegen, wenn auch noch nicht mit Zahlen zu belegen, ist der Direktvertrieb der Fluggesellschaften über ihre Websites.

Dieser Trend stellt sowohl die Unternehmen als auch die Reisebüros vor Herausforderungen, weil damit die Konsolidierung von Reisedaten erschwert wird. Im Krisenfall kann es zu Problemen kommen, wenn die Reiseaktivitäten der Mitarbeiter nicht hundertprozentig transparent sind.

Wer früh bucht, spart Geld: Die ABTA ermittelte erstmals die Durchschnittspreise für Europa-Flüge abhängig von Buchungszeitpunkt ermitteln: Wer ganz kurzfristig bucht, zahlt für ein Ticket durchschnittlich 491 Euro. Zwei bis drei Wochen vor Abflug kostet das Ticket durchschnittlich 357 Euro. Das entspricht einer Preisdifferenz von 27 Prozent.

Unter Einbeziehung der Eintagesreisen ist das Auto mit Abstand das meist genutzte Verkehrsmittel. Von den 7,7 Millionen Reisen insgesamt wurden 3,8 Millionen mit dem Auto unternommen, rund 2 Millionen mit dem Flugzeug und 1,2 Millionen mit der Bahn.

Bei den Hotels sind die durchschnittlichen Zimmerpreise im Zeitraum von 2015 bis 2017 von 101 Euro pro Nacht auf 103 Euro gestiegen. Von den insgesamt 11,3 Millionen Nächtigungen entfielen 6,6 Millionen auf Hotels im Ausland. Der hohe Anteil von ausländischen Übernachtungen in Höhe von fast 60 Prozent spiegelt die starke Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft und ihre starke Verankerung im europäischen Raum wider.

Der Anteil der Reisebüros am Flugvolumen (nur Geschäftsreisen) ist wegen des Direktvertriebs der Airlines rückläufig. Er beträgt nach Schätzungen der ABTA nur noch rund 55 Prozent.

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