Abta-Jahrestagung

Niedrigere Flugpreise und neues ÖBB-Firmenkonto

Abta-Präsident Andreas Gruber und Austrian-Chef Alexis Hoensbroech
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Abta-Präsident Andreas Gruber und Austrian-Chef Alexis Hoensbroech

Chaos im Flugverkehr, Änderungen auf der Schiene, DSGVO-Bilanz und Reisesicherheit: Unter anderem um diese Themen ging es bei der diesjährigen Tagung des österreichischen Geschäftsreise-Verbands.

"In Zeiten der Digitalisierung und trotz allen technischen Fortschritts sollte man den Menschen und seine Bedürfnisse nicht vergessen", eröffnete Abta-Präsident Andreas Gruber die diesjährige Jahrestagung des österreichischen Geschäftsreise-Verbands. So werde etwa in unserer heutigen globalen Welt die Sicherheit auf Reisen in vielen Fällen nachlässig behandelt. "Der Mensch im Mittelpunkt" lautete denn auch das Motto der Tagung im Schloss Weikersdorf in Baden.

Niedrigere Preise, aber höhere Kosten

In seiner Auftaktrede wies Alexis von Hoensbroech, Chef von Austrian Airlines, auf das Problem des begrenzten Luftraums hin. Dieser stehe im Gegensatz zum gewaltigen Wachstum der Luftfahrt in Europa. "Die schlechte Pünktlichkeitsrate mit 76 Prozent im Jahr 2018 lässt sich nicht gut verbessern, denn diese schwierigen Rahmenbedingungen werden noch die nächsten Jahre andauern", sagte Hoensbroech.

Die Ticket-Preise in Österreich seien zudem um durchschnittlich 20 Prozent niedriger als etwa in München, zugleich jedoch seien die Kosten höher. Austrian habe sich daher schwergetan, schwarze Zahlen zu schreiben. Die Business-Gäste blieben aber eine zentrale Stütze: Das Firmengeschäft mache rund 40 Prozent des Umsatzes aus. Das Wachstum liege hier bei 7 Prozent pro Jahr, während es bei den Privatreisen 9 Prozent betrage.

Das neue ÖBB-Business-Konto

Die Österreichische Bundesbahn ÖBB erläuterte auf der Tagung eine neue Strategie bei Geschäftsreisen. So werde die physische Business Card, wie sie in Österreich existiert, nun durch ein virtuelles Business-Konto ersetzt. Der Geschäftsreisen-Rabatt von 20 Prozent auf Standard-Fahrkarten bleibe erhalten. Die rund 8000 Kunden mit einer Business Card würden bis September in das neue Business-Konto überführt, das unter anderem mit einem Rechnungssplit, erweiterten Zahlungsmöglichkeiten und einem umfassenden Reporting ausgestattet sei.

Die DSGVO ein Jahr danach

Die Folgen der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO in Österreich ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten erläuterte Sascha Jung von Jank-Weiler-Operenyi Rechtsanwälte. Ihm zufolge stiegen die Individualbeschwerden von 200 auf 1000 und die Prüfverfahren von 90 auf 120. Seit Mai 2018 wurden jedoch 80 von 90 Verwaltungsstrafverfahren eingestellt. Geldstrafen gab es vor allem bei Videoüberwachungen, wobei ein Wettbüro mit 5000 Euro die höchste Strafe erhielt. Sehr wichtig seien Betriebsvereinbarungen für den Datenschutz. Auch bei Newsletters vieler Unternehmen – vor allem im Tourismus – sieht Jung noch einigen Verbesserungsbedarf.

Innovation als Notwendigkeit

Die Nationalratsabgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli warnte in ihrem Referat "Der Standort Österreich im digitalen Zeitalter" davor, dass junge Unternehmen aus Österreich abwanderten, weil hier die Kultur fehle, Unternehmertum, Kreativität und Innovation zu fördern. Laut dem Global Innovation Index liege Österreich noch immer unter den Top 15, nur fehle hier der Mut zum Unternehmertum – man traue sich einfach zu wenig zu. "Wissen ist heute überall verfügbar, Lehrer sollten daher vor allem Coaches sein", sagte die Parlamentarierin.

Tipps und Tricks zur persönlichen Sicherheit

Zum Abschluss gab Thomas Schneeweiss von der Abteilung Kriminalprävention im Landeskriminalamt Niederösterreich wichtige Tipps zur persönlichen Sicherheit. Ein kostenloser Beratungsdienst stehe unter der Nummer 05/9133 jedermann zur Verfügung. Neben den bekannten Notfallnummern empfahl Schneeweiß die kostenlose Polizei-App. Sie diene vor allem der Selbstortung, die lebensrettend sein könne.

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