Wieder ein Deutscher als Chef

Martin Gauss
fvw/Georg Jegminat
Martin Gauss

Erst dba, dann Cirrus und schließlich Malev in Ungarn: Martin Gauss hat sich als Airline-Chef einen Namen gemacht. Nun soll er als Nachfolger von Bertolt Flick auch Air Baltic auf Kurs bringen.

Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat schneller als erwartet einen neuen Chef. Martin Gauss, bis 31. Mai 2011 Chef der ungarischen Airline Malev und zuvor von Cirrus und dba, folgt am 1. November auf Bertolt Flick.Wie ausführlich berichtet, war Flick vor wenigen Wochen nach einem erbitterten Streit mit der lettischen Regierung zurückgetreten. Flick, der 47,2 Prozent der Anteile an Air Baltic hält, wurden Missmanagement und undurchsichtige Kontakte zu einflussreichen Geschäftsleuten vorgeworfen.

Gauss wiederum hatte vor einem halben Jahr nach einem Streit mit der ungarischen Regierung seinen Hut als Generaldirektor bei Malev genommen. Damals gab es offenbar Uneinigkeit über die Gehaltsstruktur im Unternehmen: Der ungarische Staat als Eigentümer wollte die Gehälter aus Spargründen deutlich senken.

Air Baltic fliegt derzeit durch Turbulenzen und flog allein 2010 einen Verlust von knapp 50 Mill. Euro ein. Schon 2013, so das vor einigen Wochen formulierte Ziel des lettischen Verkehrsministers Uldis Augulis, soll die Gesellschaft wieder in die schwarzen Zahlen fliegen. Für 2014 plant der Staat sogar den Börsengang.

Aufgabe von Gauss wird es nun sein, Air Baltic, die sich als Hybrid-Gesellschaft zwischen Linien- und Billigflug bewegt, neu zu strukturieren. Im Fokus der Airline steht der Umsteigeverkehr über Riga insbesondere nach Finnland, Russland und in ehemalige Sowjetrepubliken.

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