Meine Woche | KW05

Corona – wie groß ist der Schaden wirklich?

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Dienstag, 4. Februar 2020

Gut 96 Prozent aller deutschen Unternehmen reisen derzeit nicht nach China – oder nur unter sehr, sehr strengen Bedingungen und wenn an dem Business Trip absolut kein Weg vorbeigeht. Das hat eine VDR-Umfrage in der vergangenen Woche ergeben. Inzwischen dürfte sich die Situation nochmals zugespitzt haben: Im Stundentakt erklärt eine weitere Airline, die Volksrepublik nicht mehr anzufliegen. Lufthansa hat ihren Flugstopp jetzt sogar bis Ende März verlängert.

Die große Frage, die derzeit aber natürlich noch niemand beantworten kann, lautet: Inwiefern schadet die Coronakrise der deutschen Wirtschaft? Und welche Schäden trägt die Reisebranche davon? Noch geben sich die meisten Fachleute optimistisch. Sie sagen: Die Geschäftsreisen, die für Februar und März gestrichen wurden, werden im April und Mai nachgeholt. Was bedeuten würde, dass die Fluggesellschaften und Hotels zwar kurzfristig Umsatz verlieren, diesen aber zu einem großen Teil verspätet wieder gutmachen. Und: Auch bei der Sars-Epidemie ging das Geschäft in den ersten Monaten zwar deutlich bergab, aber bereits nach neun Monaten waren Werte erreicht, die über denen vor der Krise lagen.

Aber, zugegeben: Die Situation ist nicht vergleichbar. Bei Sars wurde kein ganzes Land monatelang "stillgelegt", und vor allem war die Bedeutung Chinas vor 17 Jahren ungleich geringer, als sie es heute ist. Von wesentlicher Bedeutung wird am Ende sein, ob es den deutschen Firmen gelingt, trotz der Krise ihre Produktionen in China und die Lieferkette aufrecht zu erhalten. Das aber werden – wie gesagt – erst die nächsten Wochen und Monate zeigen. 

Mittwoch, 29. Januar 2020

Termin in Berlin: In den Nordischen Botschaften führe ich mit Jyrki Oksanen, Chef des finnischen Fremdenverkehrsamts, ein "Tischgespräch" für die fvw. In dieser bei den fvw-Lesern sehr beliebten Rubrik geht es ausnahmsweise nicht um das rein Fachliche, nicht um Umsätze oder Gewinne. Es geht allein um die Person selbst: ihren Werdegang, ihre Hobbys, ihre Vorstellungen und Wünsche.

Ehrlich gesagt: Das finde ich jedesmal höchst spannend. Denn am Ende sind es die Menschen, welche die Branche prägen – und nicht allein die Zahlen. Alle sprechen über Digitalisierung und Algorithmen, über Maschinen und Künstliche Intelligenz. Doch den gesunden Menschenverstand und echte Charaktere kann all dies nicht ablösen.

Und ich musste mal wieder feststellen, wie sehr mir diese "Tischgespräche" Spaß machen. Jetzt muss ich es nur noch schreiben.






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