Tagungen

Seminar- und Schulungshotels

DLH/Jens Görlich

Für den Erfolg einer Schulung ist es wichtig, sich von der alltäglichen Büro-Atmosphäre zu trennen. Gute Tagungshotels bieten das passende Ambiente.

Und: Ein Seminar außerhalb der eigenen Firma kann für die Teilnehmer sogar zum kleinen Incentive werden. Dann jedenfalls, wenn das Hotel die Veranstaltung um diverse Annehmlichkeiten ergänzt: Wer sich in seiner Umgebung wohlfühlt, der ist leistungsfähiger und motivierter. Aber wie findet man das „Traum“-Hotel? VDR, Veranstaltungsplaner. de und GCB helfen bei der Suche nach einem Veranstaltungshotel mit dem Siegel Certified Conference Hotel, für das die Häuser 65 Prüfkriterien erfüllen müssen.

Buchen über Tagungsportale

Seminarhotels, die sich auf Schulungen und Workshops konzentrieren, sollten eine größere Anzahl kleiner Seminarräume und genügend Platz für Gruppenarbeiten anbieten. Allgemeine Kriterien wie Fenster, die sich öffnen lassen für Frischluftzufuhr, und standardisiertes Angebotsprozedere gelten für diese Unterkünfte natürlich ebenso. Am einfachsten zu finden und überdies kostenlos zu buchen sind Seminarhotels über Online-Portale wie etwa meetingmasters.de, plan2plan.de, tagungshotel.com oder Intergerma.de.

Auf Seminaren, Schulungen und Workshops liegt beispielsweise der Fokus der acht Commundo-Tagungshotels, die in der Nähe von Großstädten wie Hamburg, Darmstadt oder Stuttgart liegen. „Fünf unserer Häuser sind sogar unter den 250 besten Tagungshotels Deutschlands gelistet“, wirbt Commundo-Manager Ansgar Pott: „Als ehemalige Telekom-Hotels genügen wir in unseren 315 Seminar- und Tagungsräumen natürlich den höchsten Anforderungen bei der technischen Ausstattung. In 45 voll ausgestatten Räumen haben wir mehr als 600 Computer-Arbeitsplätze.“

Entspannt lernen, konzentriert tagen und auch die freie Zeit nach Seminarende sinnvoll gestalten: Eine Fahrradausleihe ist in allen Commundo-Hotels möglich, Bar und Bistro haben lange geöffnet, und auf Wunsch gibt es Weinproben, Einführungen in Stil und Etikette, Bogenschießen oder Floßbau.

PETER D.HARTUNG/Commundo

Bierpinte und Kegelbahn

Zu den populärsten Seminarhotels gehört das Lufthansa-Bildungszentrum Seeheim. Mit seinen 80 Trainings- und Schulungsräumen ist es zugleich eines der zehn größten Tagungshotels in Deutschland, und trotz des Namens Lufthansa steht es jeder Firma und jedem Verband offen. Am 8./9. November wird der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) seine Herbsttagung in Seeheim abhalten. Die Lage ist zentral (bis Frankfurt sind es 40 Kilometer), und doch befindet es sich im Grünen – auf einem Hügel im Odenwald. Über den Schulungsbetrieb hinaus bietet es Möglichkeiten für gemeinsame Aktivität nach dem Seminar: Fitnesscenter, Sauna und Kegelbahn sind geöffnet.

Tagungen im Grünen

Weiteres Plus: Die Lufthansa-Trainingsabteilung hat gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation einen Bereich nach modernsten wissenschaftlichen Methoden geschaffen. „Anhand dieser Erkenntnisse wurden die Raumgrößen auf den Trainingsetagen festgelegt, Gesprächsinseln und Rückzugsgebiete gestaltet sowie zentrale Coffee-Points geschaffen“, erläutert Bärbel Mack, Managerin für Business Development in Seeheim. „Beispiele dafür sind natürliches Licht, Flipcharts auf Rollen, Pinnwände, fest installierte, schwenkbare Halterungen für Beamer und extrabreite Tische mit Rollen.“

Wer’s noch grüner haben will, der ist bei den Ahorn-Hotels richtig. Sie liegen in der idyllischen Natur Thüringens, Brandenburgs sowie im sächsischen Erzgebirge. Nicht ohne Grund: Bei den Ahorn-Hotels handelt es sich um ehemalige DDR-Ferienheime. Doch das fällt nur demjenigen auf, der um die spannende Historie der Gebäude weiß. „Wir sind stolz, dass der Gast diese Vergangenheit nicht mehr bemerkt“, sagt Marketing-Chef Gordon Jenner. Mehr als elf Millionen Euro hat die Kette in die Modernisierung der Häuser gesteckt. Die Konferenz- und Seminarräume wurden rundum renoviert, zudem gibt es nun hoteleigene Kinos, ein Fitnesscenter mit Sauna und Wellness sowie Außenpool.

Der Schwerpunkt der Renovierungen lag bei Mice. So offerieren jetzt alle fünf Häuser tageslichtdurchflutete, klimatisierte Räume – mit moderner westlicher Tagungstechnik. Geblieben ist allein die hübsche Natur, gut für Incentives und Teambuilding. So hat das Ahorn-Seehotel Templin (Brandenburg) nicht nur eine eigene Seelage mit Strand, sondern auch ein 33 Hektar großes Außengelände. Eine interessante Vergangenheit hat auch das Hotel Mutter-Haus in Düsseldorf. 1903 als Zentrum der Kaiserswerther Diakonissengemeinschaft eingeweiht, liegt es denkmalgeschützt mitten in einer Großstadt – aber idyllisch in einem ruhigen Park. Das Mutter-Haus bietet acht Seminarräume an, die sich vielfältig kombinieren lassen. „Die Räume haben individuelle Grundrisse und können somit je nach Bedarf gemietet werden“, sagt Hotelleiterin Godje Berning.

Große Fenster sorgen für helles Licht und frische Luft. Im Sommer allerdings geht es in den Seminarpausen oder am Abend gern nach „draußen vor die Tür“, sagt Berning: Auf der Wiese lässt es sich in Liegestühlen gemütlich Kaffee trinken oder nach getaner Arbeit Grillfleisch genießen. Und im Haus selbst gibt es neben einer Kellerbar einen Meditationsraum. So könnte eine Tagung glatt zum Miniurlaub werden!

Nutzen Sie Tagungspauschalen

Einsparen: Gerade bei vergleichsweise standardisierten Veranstaltungen wie Seminaren, Schulungen und Workshops lohnt sich die genaue Definition und Nutzung von Tagungspauschalen. Das vereinfacht erstens das Bezahl- und Rechnungsprozedere. Und zweitens schützt es vor finanziellen Überraschungen wie hohen Getränkepreisen.

Selbst festlegen: Als Unternehmen können Sie zwei oder drei Standardpauschalen definieren und mit Ihren Hotelpartnern entsprechende Preise für diese aushandeln. Einige Tagungshotels bieten solche Pakete allerdings auch von selbst schon an, so dass man sich zeitraubende Verhandlungen ersparen kann.

Inhalte: Die Pauschalen gibt es meist in unterschiedlichen Versionen und zu verschiedenen Preisen: mal mit Abendessen, mal ohne, mal mit unlimitierten Getränken, mal limitiert. Da die Preisunterschiede oft gering sind, sollte man sorgfältig abwägen. Enthalten sein sollten: Raummiete, Technik (Beamer, Leinwand, Flipchart/Pinnwand bzw. Mikrofon), Kaffee unbegrenzt sowie Obst und Gebäck in den Kaffeepausen, Mineralwasser unbegrenzt und Business-Lunch mit mindestens einem Softdrink pro Teilnehmer.

Günstige Pakete: Am preisgünstigsten sind oft Pauschalen mit Mineralwasser, Apfelsaft und Filterkaffee. Bucht man sie, muss man aber aufpassen, dass sich einzelne Teilnehmer nicht doch eine Cola bestellen – dann sprengt dies natürlich die Kosten.

Drei Fragen an ...

Gerhard Bleile ist Vorstandschef der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren.

Conny Ehm

Was sollte ein Seminarhotel bieten?Ein Seminarhotel muss über eine große Anzahl unterschiedlich geschnittener Tagungsräume verfügen. Zimmerangebot und Tagungskapazitäten müssen passen. Zudem sollte ein Seminarhotels auf keinen Fall in der City liegen, sondern im Grünbereich. Nur so entspricht es den Schulungs-Gundgedanken der ungestörten Wissensvermittlung und dem Austausch.

Warum finden Mitarbeiterschulungen seltener in der „eigenen“ Firma statt?Die meisten Firmen verfügen nicht über geeignete Tagungsräume in ausreichender Zahl. Und selbst wenn diese vorhanden sind, fehlt es oft an der Technik und an passendem Mobiliar. Hinzu kommt: Teilnehmer verabschieden sich immer mal wieder kurz aus der Tagung, weil sie aus „wichtigen Gründen“ ins Büro oder zum Chef müssen. Das beeinflusst den Ablauf einer Tagung äußerst negativ.

Ein Tipp für Veranstaltungsplaner?Als sehr positiv empfinde ich es, wenn im Seminar auch das menschliche Miteinander in einem angenehmen Rahmen angeboten wird und man Gelegenheit hat, sich auszutauschen. Das kann nach einem anstrengenden Tagungstag sogar sehr erholsam sein!

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