Super Conny

Sie wird gebaut – trotz Sparkurs

Andreas W. Schulz

Sie wird zwar erst mit gehöriger Verspätung fertig werden – doch auch das Kostenprogramm soll den Oldtimer nicht gefährden.

Seit dem BizTravel-Artikel zur Restauration der Lufthansa Lockheed Super Constellation L-1649A „Super Star“ vom Juli 2010 ist immerhin schn einige Zeit vergangen, und eigentlich hatte man bei Lufthansa erwartet, dass die Restauration der historischen Maschine schneller voranschreiten würde. Zudem gab es mit der Berufung von Christoph Franz in der Zwischenzeit einen Wechsel auf dem Chefsessel der Lufthansa,der der gesamten Airline einen strikten Sparkurs „Score“, verordnete. Nicht wenige rechneten daher mit einem "Aus“ für das Super-Conny-Projekt.

Lufthansa Technik

"Weltweit einmaliges Projekt"

Glück gehabt: Auf einer Feierstunde, die gerade auf dem Gelände der Lufthansa-Technik gehalten wurde, äußerten sich verantwortliche Lufthanseaten wie der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Weber geradezu enthusiastisch zur Fortführung der Restauration: „Wir betreiben hier eine intensive Traditionspflege für die Marke Lufthansa. Gleichzeitig demonstriert das Projekt hohe Ingenieurkunst und ist Ansporn für unsere Auszubildenden und den Führungsnachwuchs", so Weber. "Dieses Projekt ist einmalig in der Welt – und nach ihrer Fertigstellung wird diese Super Constellation die einzige Maschine ihrer Art sein, die als vollwertiges Passagierflugzeug eingesetzt werden darf."

Ähnlich begeistert zeigen sich auch der ehemalige Lufthansa Chef Wolfgang Mayrhuber und Thomas Stüger, Mitglied des Vorstandes der Lufthansa Technik: „Jeder, der ein Herz für Technik hat, engagiert sich für die Super Conny." Was die Kosten angeht, hat Weber keine Bedenken: „Das Projekt kostet zwar mehr als gedacht, aber es ist finanziert – auch dank vieler Sponsoren." So rechnet Weber damit, dass im kommenden Jahr, vielleicht in der zweiten Jahreshälfte, endlich der erste Probeflug stattfinden kann – und wenn alles glatt läuft, die Maschine dann 2015 zur DLBS-Flotte stoßen kann.

Wo wird die Super Conny fliegen?

Interessant wird sein, wo die Super Constellation für Lufthansa werben soll: Sie soll nicht mit der so erfolgreichen und beliebten Ju-52 (D-AQUI, Baujahr 1936) konkurrieren, sondern ein eigenes neues Geschäftsfeld besetzen. Denkbar ist, dass sie an die Langstreckentradition der „Super Star“ anknüpft und wieder interkontinental, zum Beispiel in die USA, unterwegs sein wird.

Die alte Lockheed L-1649A (von der nur 44 Flugzeuge gebaut wurden, bevor die Düsenjets, wie die Boeing 707, sie verdrängten) hatte damals schon eine imposante Reichweite von rund 11.000 Kilometern und erlaubte erstmals Non-Stop Flüge von Hamburg nach New York. Wie die Maschine tatsächlich ausgestattet sein wird, ist noch ein Geheimnis. Ein partielles, rund zehn Meter langes, aus Holz handgefertigtes Mock-up (Kabinennachbau) der Heckkabine steht in Originalgröße in Hamburg bei Lufthansa-Technik.

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