Lesetipp

Wenn Kunst zum Krimi wird

Nagel & Kimche

Poetisch, sprachgewandt und kurzweilig: Ausgerechnet durch einen Krimi lernen Leser über die Kunstwelt mehr als durch manch ein Fachbuch. "Der Mann, der in die Bilder fiel", so nennt Leif Karpe sein Debüt.

"Ein Fall für Peter Falcon", so lautet der Untertitel des Buches. Das klingt sofort nach Kriminalroman, nach ermittelnden Kommissaren oder Detektiven – und natürlich handelt es sich bei Leif Karpes Roman "Der Mann, der in die Bilder fiel" auch um einen Krimi. Doch der steht nicht unbedingt im Vordergrund. Vor allem geht es Karpe, der seit 20 Jahre lang als Regisseur und Kameramann für Dokumentar- und Spielfilme arbeitet, um die Kunst. Genauer gesagt um den Impressionismus.

Den nämlich bringt der 52-jährige Autor durch seine originelle und stellenweise eher humorvoll-surreale Geschichte seinen Lesern bestens nahe. Im Mittelpunkt steht der Kunstexperte Peter Falcon, der im Auftrag des Auktionshauses Chroseby einen Fälscher überführen soll – mit Hilfe seiner einmaligen Gabe, die Sprache von Kunstwerken besser zu verstehen als jeder andere Mensch. Dabei geht es ausgerechnet um das weltberühmte Gemälde „Sternennacht“ von van Gogh.

Dabei strickt Karpe seinen Roman genau so, wie Impressionisten bei ihren Bildern vorgegangen sein müssen: Irgendwie verweben sich immer neue Wirklichkeiten und viele Details zu einem wundervoll farbenfrohen Gemälde. Was "die Wahrheit" in diesem Fall ist, lässt sich nicht einfach ermitteln – obwohl die chinesische Kunstfälscher-Mafia ebenso von der Partie ist wie diverse Kopisten.

Am Ende hat man nicht nur einen sehr poetisch und kurzweilig verfassten Krimi gelesen, sondern hat – quasi nebenbei – eine Menge über die faszinierende Welt der Kunst erfahren!

Leif Karpe: Der Mann, der in die Bilder fiel. Erschienen bei Nagel & Kimche, 272 Seiten, 22 Euro.




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